Szilárd Németh zu den gesenkten Wohnnebenkosten

„Gesenkte Wohnnebenkosten wird es nur so lange geben, wie Viktor Orbán Ministerpräsident ist.“

26 Antworten auf “Szilárd Németh zu den gesenkten Wohnnebenkosten

    1. Ich habe keine in Ungarn noch keine Steigerung meiner Wohnkosten oder Nebenkosten gehabt, allenfalls eine Steigerung meines Verbrauchs an Strom, Wasser und Gas. Ich weiß nicht, über welche ggf. irgendwo vorhanden Mücke Sie sich aufregen, aber natürlich den ihnen genehmen Elefanten in Schutz nehmen, nämlich die Kostensteigerung im Westen, z.B. Deutschland, wo es soar noch laut propagiert wird, höhere Energiekosten würden sich gehören. Nur in Ungarn würden die sich wohl nicht gehören, solange Orbán regiert, aber ansonsten wohl auch in Ungarn?

    2. Es geht um die 2013 eingeführte “Politik der sinkenden Wohnnebenkosten”. Dabei wurden zunächst die Tarife in der Grundversorgung für Strom, Erdgas und Fernwärme in drei Schritten um insgesamt ca. 25% gesenkt und anschließend als amtliche Preise festgezurrt. Weitere Bestrebungen der Orbán-Regierung galten einer Zentralisierung der Müllabfuhr (bzw. deren Abrechnung) und der Wasserwerke – letzteres Projekt kam wegen der extrem abweichenden Kostenstrukturen am schwersten voran. Für Brennholz und PB-Gas als weitere relevante Energieträger ungarischer Haushalte galt diese Politik jedoch nie; Brennholz wird lediglich in geringen Mengen an sozial Bedürftige verteilt.

      1. Nur wissen wir eben aus der Geschichte, dass derartige regularische Eingriffe in den Markt nicht gut enden.

        Der Ölpreis geht nun auf 95$ zu. Wie überstehen dies die ungarischen Unternehmen? Was kommt dann nach der Wahl auf die ungarischen Verbraucher zu, wenn die Preisregulierung wegfällt?

        Das Problem mit der Preisregulierung bei Strom, Gas und Fernwärme wird zudem in einer Verschlechterung der Netze resultieren.

        Sein Heil in Putins Armen oder in vermeindlich günstiger Kernenergie zu suchen, wird die Racheeffekte solcher staatlichen Markteingriffe nicht verhindern.

              1. Welche Preisdiktate hat denn die Regierung in Berlin verhängt?
                Da geht man den Weg der sozialen Marktwirtschaft und unterstützt die Menschen mit geringem Einkommen mit staatlichen Zuschüssen und verringert die staatlichen Abgaben.
                Auch in Polen hat man mit einer Steuersenkung reagiert. Fidesz und Orban beharren jedoch auf dem höchsten Umsatzsteuersatz der EU und schreibt stattdessen kleinen Tankstellenpächtern und Lebensmittelproduzenten unrentable Preise vor.

  1. “Warnungen des Risikorats wurden an Bulgarien, Kroatien, Ungarn, die Slowakei und Liechtenstein gesandt.”
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/immobilienmarkt-ueberbewertung-esrb-101.html

    Der EU-Risikorat ESRB warnt vor Überbewertungen am Immobilienmarkt.

    Die staatlichen Förderungen und die staatlichen Kreditvergaberichtlinien wirken sich natürlich auch auf die Immobilienpreise aus.
    Das Geld, das direkt oder indirekt durch den Staat in den Immobilienmarkt gepumpt wird, lässt die Preise steigen.

    Die Preissteigerung frisst dann die Förderung auf und die einfache Kreditvergabe führt dazu, dass sich viele Familien beim Immobilienkauf finanziell übernehmen.

    1. Herzlichen Dank! Schauen Sie noch das Tagesschau?
      Es hat zumindest selektive Wahrnehmung! Wie sieht man die Immobilienmarkt woanders? In jedem Land, auch in Deutschland flüchtet man in Immobilien. Zumal Frau Lagarde hat öffentlich gesagt. ” sie fühlt nicht als ihre Aufgabe für Preisstabilität zu sorgen” Bleibt in der EU bei billiges Geld. Es ist außenordentlich gut für die Südländer, aber auch für Deutschland auch. (direkt gut, indirekt schlecht.
      Wie der Stern schreibe: “eine Generation – hauptsächlich in Deutschland – verabschiedet sich von einem Traum von Eigenheim”

    2. Sie reden permanent am Thema vorbei. Natürlich ist der ungarische Immobilienmarkt überhitzt, was Sie bei der Budapester Zeitung ungefähr im Monatstakt nachlesen können. Das war aber nicht das Thema des von Ihnen kritisierten Zitats.
      … und Sie zitieren gerne zusammenhanglos, wie auch das Beispiel aus der Tagesschau wieder offenbart. Während Ihnen die Warnung des Risikorats zu Ungarn ins Auge sticht, verzichten Sie darauf, den nächsten Satz zu Deutschland und Österreich zu zitieren. Dabei ist die Blase dort noch viel größer. Ein Schelm, der keinen Zusammenhang mit der Geldpumpe der EZB sehen will. Näher als der Risikorat am Ball sind Immobilienexperten in Ungarn, die in der BZ regelmäßig zu Wort kommen. Die sehen einen dramatischen Anstieg der Preise, verweisen aber auch auf eine natürliche Konvergenz der Preise in der Region. Da war Ungarn nämlich lange Jahre Schlusslicht, auch “dank” der schon 2006/07 geplatzten Blase (Stichwort: Fremdwährungskredite).

      1. Zum Thema gehört, dass staatliche Eingriffe sich immer auf das Marktgeschehen auswirken.
        Es geht hier um staatliche Preisfestlegungen, die immer auch problematische Auswirkungen haben.
        Jedes Unternehmen wird die Geschäftsbereich reduzieren, in denen es keine oder nur geringe Renditen erwirtschaften kann. Investitionen in diese Bereiche werden zurückgefahren. Mittel- und langfristig sind staatliche Preisdiktate also schädlich.
        Hier bei BZ gab es ein Zitat über Preisschilder an Verkaufsregalen ohne Waren.
        Es mag ja populär sein, wenn die Preise auf niedrigem Niveau staatlich vorgegeben werden, aber am Ende sind die Kosten eben doch hoch.
        Stromausfälle resultieren eben auch aus einem Stromnetz, das an einem Investitionsstau leidet. Da passt dann das Zitat mit den leeren Regalen eben auch irgendwann.

        1. Genau, das Zitat mit den leeren Regalen war bewusst gewählt, wenngleich es die Wirkungsweise der Marktwirtschaft überspitzt darstellt. Da steht die Würze der Rubrik “Zitate” gegen die Wiedergabe von Banalitäten.

          1. Dass die Ungarn, ebenso wie die Deutschen, die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt schon seit langem selbst sehen, ist klar. Die notwendigen Konsequenzen ziehen die Regierungen in beiden Ländern jedoch nicht daraus.
            Die staatlichen Förderprogramme wirken eben auch preistreibend, auch wenn sie populär sind.
            Und:
            Man kann die staatliche Festschreibung der Wohnnebenkosten nicht isoliert betrachten. Solche Eingriffe in den Markt bergen erhebliche Risiken.

            Was das billige Geld betrifft, betont ja der Risikorat ja gerade, die Anforderungen bei der Kreditvergabe zu verschärfen, damit nicht Bürger in die Schuldenfalle tappen.

            1. Wenn Lagarde nicht als ihre Aufgabe sieht – kein Priorität- das Geld stabil zu halten, es sagt alles. Frankreich und die Südländer wollen auf Kosten den anderen ihre Staatsschulden sanieren. Wie viel Geld wurde schon aus Deutschland nach Süden ausgeschaufelt? Joschka Fischer sagte schon mal, man müsste Deutschland zerstören.

    3. Entweder leiden Die unter selektive Wahrnehmung, bis auf den Knochen Bösartig oder schlicht 00 informiert. Was ist dann das Wohngeld in DD, Zuschuss zu Nebenkosten, Berlin Mietdecke und das Vorhaben Enteignung? Alex Sie sind unten durch mit Ihren wahllos bösen ” Meinungen”

  2. Zur Nebenkostensenkung gehört halt auch, dass wir hier ca. 3-4 Stromausfälle jeden Tag haben. Weil das Netz noch aus den fünfziger Jahren ist. Ab und zu mal ein neuer Trafo, das wars. Auch die Kanalisation (Vor 10 Jahren neu errichtet) ist total unterdimensioniert. Das hier zum Teil Telefonleitungen an Bäumen befestigt sind, ist auch nciht so lustig. Für viele Haushalte steht ja gar nicht ausreichend Strom zur Verfügung. Weils das Netz einfach nicht hergibt. Die Preisdeckelung wurde ja nur vom Staat eingefüjrt, schlucken müssens die Händler. Man hätte beim Sprit ja auch den Steuersatz senken können. Die Wohnnebenkosten bremse, auch eine Blasse, der fehlende Betrag wird dann durch andere Steuern ausgeglichen (Banksteuer, Telfon). Im endeffekt nur Augenwischerei.

    1. Sie zählen hier völlig korrekt Risiken und Nebenwirkungen der administrativ vorgeschriebenen Politik der “sinkenden” Wohnnebenkosten auf. Es sind halt ökonomische Grundgesetze, die Orbán nicht sehen will. Das Problem betrifft die Stromnetze und hat die Wasserwirtschaft sowie die Müllabfuhr nicht nur lokal an den Rand des Bankrotts geführt. Weil keine Amortisation kalkuliert werden darf, bildet halt auch niemand Rücklagen für notwendige Leitungsaustäusche, etc.
      Was die Telefonleitungen an Bäumen anbelangt, sollten wir nicht vergessen, dass Ungarn eben nicht mit Deutschland verglichen werden kann. Nach 1990 verdrängte die Euphorie die (wirtschaftlichen und sozialen) Realitäten, dabei war Ungarn weit rückständiger als Tschechien oder der Osten Deutschlands. In der DDR wurden die Hauptstrecken der Bahn z. B. in den 1980ern elektrifiziert, Ungarn vollzieht diese Entwicklung heute mit einem Haufen EU-Geldern.

      1. Die DDR mit westdeutschen Geld.
        Also die Privatisierung von den 16 Jahre exkommuniste haben keine Investizion durchgeführt. Wollten Sie sagen
        In dem reiche Deutschlabd gibt es kaum eine Autobahnbrücke, die nicht marode wäre.
        Also es gibt uberall etwas aufzuzählen.
        16 Jahre exkommunistische Regierung hat in Ungsrn nicht mehr gemacht, als 16 Jahr bürgerliche.

        1. “… mit westdeutschem Geld” – Womit bitte? Meinen Sie den einen Milliardenkredit, mit dem der Osten noch Jahre den Zusammenbruch aufschieben konnte? Wussten Sie, dass ein paar hundert Millionen Verlust in der Finanzkrise bei deutschen Banken “ein guter Tag” (Volker Pispers) waren?
          Was Ungarn betrifft, hat niemand die “Leistung der Ex-Kommunisten” mit der “Leistung der Bürgerlichen” verglichen.

  3. Das Stromnetz ist bei weitem besser als das ungarische, über die Strassen wollen wir hier gar keine Vergleiche bemühen. Trotz Vignette und hoher Steuern. Es ist eben so, wenn da gespart wird, investiert keiner, woher auch ? So funktioniert eben Marktwirtschaft, Du kannst nur das investieren, was du verdienst.

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