Gergely Karácsony im Interview für Die Zeit

„Die politische Strategie der Orbán-Regierung besteht darin, stets künstliche Debatten zu erzeugen, um für die Regierung unangenehme Debatten aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen. Die aktuelle Kampagne gegen LGBTQ-Personen ist so eine Aktion. Man muss bedenken, dass die ungarische Gesellschaft Umfragen zufolge sexuelle Minderheiten mehr und mehr akzeptiert. Aber die Orbán-Regierung ist eine zynische Machtmaschine. Sie produziert ein Feindbild, das es so vorher gar nicht gab. Zuvor hat sie dasselbe mit Obdachlosen gemacht, davor wiederum mit George Soros, mit Einwanderern oder mit der EU.”

22 Antworten auf “Gergely Karácsony im Interview für Die Zeit

  1. Der fährt voll ab auf der Minderheiten -Frage, weil die Opposition sonst nix zu bieten hat. Ansonsten: Mal in deutsche Großstädte oder nach Wien fahren, wo das linke Chaos bereits folgen hat.
    Die LGBTQ+- Gruppe hat in H übrigens mehr rechte als in anderen EU-Staaten, wo es keine eingetragenen Partnerschaften gibt.
    Die Erfolge des ungarischen Weihnachtsmannes als Bürgermeister zeigen: Mehr Niete geht kaum.

  2. Die Taktik von Orbán und Fidersz ist wirklich leicht zu durchschauen.
    Wie groß die Furcht der ungarischen Regierung mittlerweile ist, zeigt auch wie laut nun getrommelt wird und wie stark Feindbilder aufgebaut werden.

    Denn anders als Soros, Obdachlose, Flüchtlinge und Minderheiten zeigt die EU nun die Zähne.
    Nun können Orbáns “Kriege” eben wirklich schmerzhafte Folgen haben – leider nicht nur für Fidesz sondern für Ungarn.

    Den Ungarn ist durchaus bewußt, dass diese von Fidesz geführte – mit Steuergeldern finanzierte – Propaganda gegen die “Feinde” nur Luftnummern sind, aber nun eben doch ernste Auswirkungen haben können.

    1. In Deutschland wird erst recht Staatspropaganda (und auch Schlägerhorden) aus Steuergeld bezahlt. Aber Sie glauben wohl, den Ungarn sei plötzlich nicht mehr bewußt, daß die EU ihnen die Zerschlagung der Wirtschaft bringt, mit der Riesenpropaganda wegen angeblicher nötiger hilfreicher Maßnahmen gegen industriegemachte Klimaerwärmung (gleichzeitig aber auch industriegemachte Überschwemmungen) und wegen einer neuen Grippe, die angeblich ein Massenmörder sei (wobei auch infizierte Unfalltote ausdrücklich als Covid-Tote zählen); und daß die EU ihnen eine orientalische Invasion mit Morden, Steuerschmarotzen, Überfällen, Sachbeschädigungen und Vergewaltigungen bringt?
      Und das EU-Feindbild gegen Ungarn, aufgestellt weil sich Ungarn diese Zerstörungen nicht gefallen läßt, muß erwidert werden.

      1. Es lohnte sich tatsächlich Karácsony Interwiev zu lesen. Er hat alles aufgesaugt, was ihm vorgeschrieben oder von ihm in Brüssel erwartet wurde.
        Frage- er spricht nur ungarisch – ob er überhaupt wusste, was In die Zeitung kam? Nämlich dass er sein Vorhaben nicht plakatiert, also nicht veröffentlicht, weil man damit keine Wahl gewinnen kann .

        1. Er ist also kein trampelnder Außenseiter, sondern geht diplomatisch vor.
          Er hat eben erkannt, dass ein 10 Mio.-Volk gemeinsam mit den europäischen Partnern weiter kommt, wie wenn eine Regierung einem David-gegen-Goliath-Komplex folgt.

    1. Es gibt den konstruktiven und klugen Stil.
      Und es gibt den David-gegen-Goliath-Komplex, bei dem alles auf “Kriege” hinausläuft.
      Orbán und Fidesz haben es in der langen Geschichte der EU als erste Regierung geschafft, dass man ihr den EU-Austritt nahe gelegt hat.
      Man kann diplomatisch und erfolgreich seine Interessen vertreten
      oder
      laut trampelnd zum Nachteil seines Landes herumtrompeten.
      Wer immer wieder von den “Linken” redet, der hat noch nicht registriert, dass er sich längst ins rechte Aus begeben hat.

  3. Karácsony beschreibt im Zeit-Interview die Probleme sehr gut.

    Es ist schon bitter, dass Orbán und Fidesz aus allem immer gleich “Kriege” inszinieren, statt die konstruktive Zusammenarbeit zu suchen.
    Man gewinnt nun einmal keine Freunde, indem man jeden anfeindet.

    Fidesz ist im EU-Parlament aus der EVP ins rechte Aus gerutscht.

    Orbán stand beim letzten Treffen der EU-Regierungschefs isoliert und als Außenseiter da.

    Und in Ungarn ist die Gesellschaft gespalten und polarisiert. Fidesz und Orbán definieren “links” abwertend – ganz nach dem Motto: Wer nicht für uns ist, der ist “links” und gegen uns.
    Dabei setzt Fidesz sich mit Ungarn gleich und Orbán betrachtet das Land fast schon als sein Eigentum, wenn er z.B. erklärt, er würde Projekte vorfinanzieren.

  4. Nicht so hastig Herr Hatzig!
    Ich weiß nicht, wie genau Sie Herrn Karacsony kennen, aber ich habe ihn schon live in einer Podiumsdiskussion erlebt.
    Genauso wie in diesem Interview gibt er nur heiße Luft von sich, keine konkreten Ideen schon gar keine Strategie. In Budapest passiert gar nichts, das ist Unfähigkeit pur.
    Vor der Wahl viel Blabla und danach nichts auf die Reihe bekommen. Das haben zum Glück viele Budapester schon begriffen. Seine Unterstützung sinkt zusehends.
    Und bezüglich der Frage, wer wen angreift, sitzen Sie, Herr Hatzig, wohl der deutschen Propaganda auf.
    In der Regel wird zuerst die ungarische Regierung angegriffen, weil die intoleranten Linken in Westeuropa, die ungarischen Gesetze nicht ertragen können.
    Zum Glück dürfen sich die Brüsseler Bonzen in Zukunft weiter ärgern.

  5. Nun – Sie Herr Thal stellen hier leider auch nur viele Behauptungen auf, die Sie weder Begründen noch Belegen.

    Vor allem reden auch Sie hier wieder von deutscher Propaganda und den Linken in Westdeutschland.
    3/4 der Deutschen ziehen eine positive Bilanz über Merkels 16 Jahre als Kanzlerin.
    Ist denn Merkel nun auch eine Linke?
    Und wenn nicht, warum war die linke Propaganda denn 16 Jahre lang so unfähig, Merkel zu schädigen?

    Im Gegensatz zu Orbán ist Merkel eben auch im Ausland geschätzt und kann die Interessen des Landes dadurch auch gut vertreten und durch diplomatisches und politisches Geschick Kompromisse aushandeln.

      1. Ich bin auch kein großer Fan von Merkel, aber dennoch waren und sind 3/4 der Deutschen mit ihrer Kanzlerschaft insgesamt zufrieden.

        Solche Werte muss Orbán erst einmal erreichen.
        Im Gegensatz zu ihm, hatte Merkel das Land eben nicht gespalten.

  6. Ich weiß nicht inwiefern Sie eigentlich Einblick in die ungarische Politik haben, aber um Frau M. geht es hier überhaupt nicht. Ich wüßte auch nicht, in welchem Land Frau M. überhaupt beliebt ist.
    Zu meinen Behauptungen kann ich nur sagen, zeigen Sie mir bitte, wo Herr Karacsony etwas Konkretes in dem Interview gesagt hat!
    Bei der Podiumsdiskussion hat er irgendwelche Ideen formuliert, ohne Lösungsansätze zu liefern, so wie in diesem Interview.
    Das sind Fakten, zeigen Sie mir etwas anderes!
    Und übrigens, die Argumentation zur Jobbik ist einfach nur lächerlich. Das würde nie klappen!
    Die freue mich schon, wenn Herr Jakab zum Spitzenkandidat gewählt wird 🙂

    1. Nun – Sie wissen nichts von der aktuellen Umfrage zu Frau M. und der positiven Bewertung durch eine sehr breite Mehrheit in D.

      Karacsony will konkret etwas gegen die Bildungsungerechtigkeit unternehmen, statt staatliche Mittel und Energie mit Aufklebern auf Büchern zu verschwenden. Ein Beispiel.
      Dies betrifft jedoch vor allem Ungarn, daher sollten die ungarischen Bürger darüber konstruktiv diskutieren.

      Was K. jedoch beenden möchte, ist den Konfrontationskurs mit der EU – und dies betrifft mich eben auch.
      Gleiches gilt für die Anti-Korruptionsstrategie, die im aktuellen EU-Bericht erneut bemängelt wird. Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Schutz der Steuergelder der ungarischen Bürger, sondern eben auch auf den aller EU-Bürger. Hier will K. konstruktiv mit den EU-Partner zusammenarbeiten – ein konkretes weiteres Beispiel.

  7. Ach noch eines, Ihre Aussage
    “Im Gegensatz zu ihm, hatte Merkel das Land eben nicht gespalten.”
    Die letzten 16 Jahre unter M. waren die schlimmsten Jahre, die Deutschland seit 1989 erlebt hat.
    Sie hat Deutschland so gespalten, das hat nicht einmal Karacsonys Mentor Gyurcsany in Ungarn geschafft.
    Ich weiß nicht, wo Sie leben und welche Erfahrungen Sie gemacht haben, aber Ihre Wahrnehmung ist etwas eingeschränkt.

    1. Finde ich auch. Sowohl was Deutschland, als was Ungarn betrifft.
      In Tichys Einblicke, aber nicht nur dort wurde Polizeigewalt in Demo Berlin dokumentiert.
      Der UN Folterberichterstatter interveniert bei der Regierung.
      Wehrlose alte, junge, Frauen mit Kinder wurden blutig verprügelt in dem von rot-rot-grün regierten Berlin. Genau in Berlin wurde Prise von Senat unterstützt. Also es gibt gute und schlechte Demo.
      Man kann dabei lernen,warum Gyurcsany Exesse in 2006 als normal von der Linken in Europa gut gefunden wurde. Und man kann schwarz auf weiß sehen, was in Ungarn eine Moslék Koalition veranstalten würde
      Die Videos von Berliner Demo muss in Inland und Ausland weitergegeben werden. Weiterhin melden Teilnehmer mit ihren Fotos und Videos
      Sie bezeugen eindrucksvoll das ” beste Deutschland aller Zeiten”

    2. Aktuelle Umfrage:
      75% der Befragten ziehen eine positive Bilanz zu 16 Jahren Merkel.

      In Deutschland hat sich nur die AfD abgespalten – also eine 10% Minderheit.

      In Deutschland gibt es 17 Regierungen, in denen so ziemlich jeder mit jedem zusammenarbeitet – mit Ausnahme der AfD.
      Also auch die politische Realität widerspricht Ihnen.

      Ihre Wahrnehmung, Herr Thal, ist offensichtlich eine völlig andere, als die der breiten Mehrheit der Deutschen.

  8. Lieber Herr Hatzig!
    Ich weiß nicht, wo Sie leben, aber scheinbar weder in Ungarn noch in Deutschland.
    Sie informieren sich wohl nur online über diese Sachverhalte.
    Ich verbringe seit über 10 Jahren hingegen viel Zeit in Ungarn und mittlerweile zwangsweise ausreichend in Deutschland.
    Ich kenne in Ungarn Leute vom einfachen Ungarn bis hin zum Ministerpräsidenten.
    Ich weiß nicht, wen Sie kennen.
    Keine Ahnung, wer diese merkwürdige Umfrage bzgl. dieses skrupellosen, emotionslosen und kinderlosen Miststücks M. gemacht hat. Und auch dort kenne ich jemanden im Kanzleramt, der sie dort ständig sehen muß. Das Ergebnis ist einfach nur lächerlich! Die Leute auch in Deutschland haben so was von die Schnauze voll von dieser Dreckskuh!
    Aber die Deutschen haben zugegebenermaßen ein Talent immer bis in den Abgrund zu laufen. In Ungarn muß man sich schon fremdschämen, wenn man von Ungarn mit Kopfschütteln auf diese “Bundeskanzlerin” angesprochen wird.
    Nun zum Schluß noch einmal zum Weihnachtsmann.
    Klar will jeder Korruption abbauen, jeder will die Welt oder das Klima retten, niemand soll mehr in Armut leben, alle sollen glücklich sein, es soll keine Katastrophen mehr uswusf.
    Nur was man da konkret machen kann, da hört von K. eigentlich nichts!
    Das Gute hier in Ungarn, im Vergleich zu Deutschland, ist, daß sich ganz viele Leute an das Chaos unter Herrn Gyurcsany und seiner Kumpane erinnern können. Und es noch viele Leute gibt, die sich an die Zeit vor 1989 erinnern können. Sie wissen, daß die linken “Weltverbesserer” nur Leid gebracht haben. Deswegen wird auch nach der nächsten Wahl der Ministerpräsident Viktor Orban heißen! Er macht bestimmt nicht alles super, aber im Vergleich zum linken Abschaum, ist es der Himmel auf Erden.
    Die Deutschen wollen es wieder ganz hart am eigenen Leib erfahren. Das ist traurig, aber die meisten wollen es leider so. Da gebe ich Ihnen leider recht.
    Das soll es jetzt zu diesem Thema gewesen sein. Ich freue mich schon auf die Wahl im April.
    Schönen Sonntag noch!

    1. Nun – Sie repräsentieren ganz offensichtlich eine kleine Minderheit in Deutschland mit einer zutiefst negativen Sichtweise.

      Mal zur Erinnerung für den Ungarn-Kenner:
      Mercedes Kecskemet:
      Werksgründung 2008

      Wer regierte Ungarn 2008?

      Dieses verbissene Schwarz-Weiß-Denken verblendet eben den Blick auf die Realitäten.
      Ich bin kein Merkel-Wähler und doch erkenne ich ihre Leistungen als Kanzlerin an, auch wenn ich denke, dass in den langen 16 Jahren vieles hätte besser laufen können.
      Ich bin auch kein verbissener Orbán Gegner, der die Augen vor dem verschließt, was während seiner Regierungszeit gut lief.
      Ich kann – wie auch bei Merkel – seine politischen Entscheidungen im politischen Alltag akzeptieren, auch wenn ich sie nicht für die besten halte.
      Aber der große Unterschied zwischen Merkel und Orbán liegt eben im Politikstil.
      Und dieser Stil Orbáns ist für Ungarn schädlich.

      Derartige Feindseeligkeit – wie sie auch aus ihrem Beitrag herausbrüllt – ist undemokratisch und fordert Demokraten eben nun einmal heraus. Und das sind dann eben nicht nur Linke, sondern alle Demokraten, die sich solchem Gebrülle entgegenstellen.

      Dass Sie schnell sind mit falschen Schlußfolgerungen zeigt sich übrigens in der Einschätzung meiner Person.

  9. Ach Herr Hatzig, ich vertrete bestimmt nicht die Ansicht einer kleinen Minderheit, aber wie gesagt, gibt zu viele dumme Schafe in Deutschland!
    Sie vertreten hier Ihre Meinung ohne Belege! Fast alle können es nicht erwarten, daß diese unsägliche Ära Merkel zu Ende ist. Das ist Fakt! In Ungarn geht es seit 10 Jahren bergauf in Deutschland bergab.
    Die Wahlergebnisse der CDU/CSU sind in den letzten 10 Jahren immer schlechter geworden.
    Der Fidesz konnte seine hohen Ergebnisse halten. Und das werden wir auch in der Zukunft sehen.
    Aber wie ich gesehen habe, versuchen Sie hier Ihre unpopuläre Meinung anderen ständig aufzunötigen. Zum Glück hat die Mehrheit in Ungarn eine andere Meinung als Sie!
    Und das ist das wichtigste!
    Die Zukunft wird zeigen, wer hier recht hatte.

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