Finanzwissen
„90 Prozent der Weltbevölkerung befinden sich eher unbewusst im Hamsterrad und besitzen nur rund 10 Prozent des Weltvermögens. Läuft da nicht etwas falsch?“ Foto: richfamily.info

Finanzwissen / Interview mit den FQ-Coaches Adrienn & Árpád von Tóth

Raus aus dem Hamsterrad!

Bei der Vermittlung von Finanzwissen gehen Adrienn & Árpád von Tóth von der RichFamily AG, Schweiz, ganz untypische Wege. Bei den inzwischen auch in Budapest regelmäßig angebotenen Seminaren gibt es nicht nur klassischen Frontalunterricht, sondern wird auch intensiv zusammen gespielt.
30. Oktober 2020 17:00

Sie sprechen nicht von der Vermittlung von Finanzwissen, sondern von „Finanzieller Intelligenz“. Warum?

ADRIENN: Nun, wir kennen viele Begrifflichkeiten, wie IQ oder EQ für Emotionelle Intelligenz. Und weil wir uns schon über 12 Jahre intensiv mit dem Thema Finanzbildung auseinandersetzen, haben wir das Wort FQ als „Finanzielle Intelligenz“ geprägt. Dass war uns sogar so wichtig, dass wir FQ® als Marke schützen ließen.

Was macht für Sie Finanzielle Intelligenz aus?

ÁRPÁD: Nur angewandtes Wissen ist die Währung echten Wohlstands. Das wahre Ziel der Bildung ist es, Menschen die Macht zu verleihen, eigene Strukturen zu schaffen, damit sie ihre Ziele erreichen und aus Informationen etwas Sinnvolles machen. Der Vorteil im Informationszeitalter ist, dass es eine Flut an Informationen gibt. Der Nachteil aber ist, dass es trotzdem einen großen Mangel an finanzieller Bildung und Finanzwissen gibt. Was Geld und Finanzen anbelangt, so sind Millionen von Menschen ohne finanzielle Bildung. Im Endeffekt befinden sich etwa 90 Prozent der Weltbevölkerung eher unbewusst im Hamsterrad und besitzen dennoch nur rund 10 Prozent des Weltvermögens. Läuft da nicht etwas falsch?

Woran liegt dieses Missverhältnis?

ADRIENN: In unserer Schulbildung fehlt es nahezu komplett an finanzieller Bildung und Erziehung. Von Elternhaus, Schule und Bekanntenkreis bekommen wir lediglich gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg. Das Problem ist nur: Wer sie befolgt, landet meist in einem gutbürgerlichen Hamsterrad eines mehr oder weniger mittelmäßigen Jobs, wird sein Leben lang für andere arbeiten und hat am Monatsende, wenn alle Rechnungen bezahlt sind, dann oft nur eine „Null“ auf dem Konto stehen. Erstaunlicherweise trifft dieses Phänomen nicht nur auf Geringverdiener zu, sondern auch auf Besserverdiener.

Bietet das Internet hier keine Abhilfe?

ÁRPÁD: Das ist ein Mythos. Natürlich können wir heute in Sekundenschnelle Informationen abfragen, aber die viel wichtigere Frage ist, mit welchen Absichten diese Informationen ins Netz gestellt werden? Es ist leider statt Qualität mehr Quantität im Netz. Die wirkliche Frage, die wir uns stellen müssen, ist: „Wem höre ich zu?“ Das fängt bei der Informationsbeschaffung an. Wo bekomme ich „ehrliche“ Informationen her? Bei unseren Recherchen im Bereich Finanzbildung haben wir festgestellt, dass die meisten „Anbieter“ dieser Informationen Banken und Versicherungen sind. Doch was ist deren Ziel? Sie wollen natürlich nur Ihr Bestes, nämlich Ihr Geld! Das heißt, in den meisten Fällen bekommen Sie stark interessenbasierte Informationen. Was nützen Ihnen beispielsweise Informationen, wo Sie aktuell den höchsten Zins auf Ihr Tagesgeld bekommen?

Kennen Sie beispielsweise die 72er-Formel? Diese besagt, in welcher Zeit Sie Ihr Geld verdoppeln, wenn Sie es zu einem bestimmten Zins anlegen. Ich möchte Ihnen das aufgrund eines Beispiels kurz erklären. Mal angenommen, Sie erhalten 1% Zins. Teilen Sie nun 72 durch die Prozentzahl des Zinssatzes des angelegten Betrages. Dann erhalten Sie die Zahl 72. Das heißt, würden Sie 1 Mio. Forint zu 1 Prozent anlegen, dann müssten Sie 72 Jahre warten, bis Sie Ihr Geld verdoppelt haben. Aber wo bekommen Sie heute noch 1% Zinsen? Viele Banken geben inzwischen 0,1% Zins pro Jahr oder gar Minus-Zinsen. Bei 0,01% müssten Sie aber sogar 7.200 Jahre warten, bis Sie Ihr Geld verdoppelt haben. Und bei dieser Verlustrechnung haben wir die Kosten und Inflation noch gar nicht berücksichtigt.

Solche Vergleiche sind Bauernfängerei! Am Ende des Tages sind Banken, Versicherungen, ja selbst „unabhängige“ Finanzberater nur Verkäufer, denn sie leben vom Verkauf ihrer Produkte. Solche Informationen machen Sie also nicht reich. Sie werden nur vom Wesentlichen abgelenkt. Wer so denkt und handelt, gehört zu den Verlierern dieser Generation!

Und in der Regel geht es ihnen nicht darum, was Sie als Kunde wollen, sondern darum, womit die Berater am meisten verdienen! Ich war über 30 Jahre in dem Metier tätig und habe leider auch mit zu diesem System gehört. Ich weiß, wovon ich hier rede.

Aber die Menschen sind heute doch so aufgeklärt wie nie zuvor?

ADRIENN: Auch das ist ein weiterer Mythos. Mein Mann ist doch das beste Beispiel. Er war Hedgefonds-Manager, CEO eines aristokratisch geführten Family-Offices und hat viele Menschen beraten. Menschen mit wenig Geld, Menschen mit viel Geld und Menschen mit unglaublich viel Geld. Dabei verdiente er sehr gut. Später, als er 2008 den Job als Hedgefonds-Manager an den Nagel hängte und begann, sich mit der Finanzbildung zu beschäftigen, prägte er das Zitat: „Wissen ist die Währung wahren Wohlstands!“

2010/2011 stürzten wir in eine tiefe Krise und verloren all unser Vermögen. Von 4,5 Mio. Euro im Plus ging es auf 1,5 Mio. ins Minus. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – an einem Tag. Wenn also gestimmt hätte, dass „Wissen die Währung wahren Wohlstands ist“, warum hatten wir dann alles verloren? Wenn reines Wissen der Garant für Erfolg wäre, warum sind nicht alle Banker, Finanzberater und Steuerberater Millionäre? Und die wichtigere Frage: Warum bleiben sie nicht Millionäre?

Stephen Hawkins sagte einmal: Der größte Feind des Wissens ist nicht die Ignoranz, sondern die Illusion des Wissens!

Es kommt aber auf etwas Wesentlicheres an, was viel wichtiger ist! Nämlich auf Ihre Persönlichkeit. Das, was Sie und ich auf dem Bankkonto haben, ist nichts weiter, als das Ergebnis unserer materiellen Lebensbilanz. Das ist die Wirkung. Sie ist vergleichbar mit einem Eisberg: Was wir sehen, ist das, was aus dem Wasser ragt. Das Wesentliche, was wir nicht sehen, liegt aber unterhalb des Wasserspiegels. Es ist unsere mentale, emotionale, energetische und spirituelle Ebene. Diese Erkenntnisse habe ich die letzten zehn Jahre zusammengetragen und nenne Sie die fünf Dimensionen des Geldes, aber im Grunde sind es die fünf Dimensionen des Lebens. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Der Grund, warum viele Banker, Promis oder Lotto-Millionäre ihr Vermögen verlieren, ist, dass sie die Balance dieser fünf Ebenen nicht auf die Reihe kriegen. Hier kommt unser FQ-Spiel zum Zug.

Inwiefern?

ÁRPÁD:  Es gibt einige Finanzspiele auf dem Markt. Das wohl bekannteste ist Monopoly. Was die wenigsten wissen, ist, dass Monopoly von einer Frau beim großen Crash 1928 entwickelt wurde, um auf die Missstände der Wirtschaft hinzuweisen. Sicher haben wir alle als Kinder und Jugendliche Monopoly gespielt, doch dabei und bei ähnlichen Spielen geht es nur um eins: Der eine macht Millionen – auf Kosten der anderen. Das mag auch heute in der Realität so sein, denn seit das Investment-Banking bei den Banken Einzug gehalten hat, geht es bei der provisionsgetriebenen Beratung genau darum.

Foto: richfamily.info

ADRIENN & ÁRPÁD VON TÓTH  leben in der Schweiz und in Budapest. Sie sind Inhaber mehrerer Firmen und Gründer der RichFamily Academy AG mit Sitz in der Schweiz. Sie möchten ihre Erfahrung und ihr Know-how nun auch in ihrer Heimat Ungarn mit vielen Menschen teilen. Konkretes Ziel von RichFamily ist es, 10.000 Familien in die finanzielle Freiheit zu begleiten.
Während Adrienn das Ziel verfolgt, in Ungarn und im deutschsprachigen Raum RichFamily-Schools zu gründen, die auf den Persönlichkeiten und Stärken der Kinder aufbauen, setzt Árpád seine über 30-jährige Erfahrung ein, um individuelle Investment- & Business-Strategien zu entwickeln. Während Árpád bereits einige Fachbücher im Bereich TaxLiens & Immobilien veröffentlich hat, beschäftigt sich Adrienn mit den Themen Geldpersönlichkeit, den fünf Dimensionen des Geldes und Kinderfinanzen. Demnächst erscheint ein Buch von ihr über Kinderfinanzen.
Ziel ist es auch, FQ in den Schulen einzuführen, damit die Kinder auf ihre Zukunft bestens vorbereitet sind und nicht nur als kleine Zahnrädchen für die Ziele anderer arbeiten.
Weitere Informationen: www.RichFamily.info/free

Durch die Finanzkrisen von 2001, 2008 und jetzt bei Corona sehen wir, dass das System krank ist und wir nur dann eine Zukunft für unsere Kinder aufbauen können, wenn Werte und Eigenverantwortung wieder in den Mittelpunkt rücken. Die Banken haben sich das Recht abgesprochen, Menschen in Investmentfragen zu beraten, wenn sie sich selber unter einem Rettungsschirm befinden.

ADRIENN: Das Spiel ist sehr vielfältig. Es beschreibt im Grunde Ihr Leben. Sie ziehen eine Berufskarte, sind also beispielsweise Web-Designer, Journalist, Arzt oder Handwerker. Sie beziehen einen Lohn und haben – gemäß Ihres Berufsstands – auch Ausgaben. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben bildet Ihren Cashflow, also das, was am Ende des Monats übrig bleibt. Sie bekommen am Zahltag also den Cashflow ausbezahlt.

Und was machen Sie damit? Das Spielfeld bietet – wie im richtigen Leben – Chancen und Herausforderungen. Das heißt, mit Business-Karten können Sie spielerisch in Aktien, Immobilien, Devisen, Gold, aber auch in unterschiedliche Business Cases investieren. Die News-Karten bieten entweder spannende Kaufangebote, oder auch Events wie Steuererhöhungen, Steuerprüfungen, Bankschließungen und vieles mehr, also genau das, was es in unserem Leben in den letzten 10 bis 20 Jahren auch gegeben hat. Daneben bietet das Spiel Akademie-Karten. Je mehr wir über ein Investment oder einen Business-Case Bescheid wissen, desto mehr Erträge können wir generieren.

ÁRPÁD:  Im Grunde heißt „Risiko“ ja nichts weiter als Nicht-Wissen oder keine oder wenig Erfahrung haben. Je mehr wir uns aber für ein Thema interessieren, je mehr Erfahrungen wir sammeln, desto schneller und einfacher stellt sich der Erfolg ein.

ADRIENN: Ergänzend gibt es noch Shopping-Karten. Wie im richtigen Leben unterliegen wir auch hier unseren Kauf- und Konsumgewohnheiten. Das Spiel macht uns dies sehr bewusst. Wir alle haben unsere Erfahrungen. Daher entscheiden wir auch so, wie wir entscheiden. Wenn wir aber anfangen, unsere eigenen Entscheidungen zu fragen, und sehen, dass unser Gegenüber anders handelt, als wir handeln würden, dann lernen wir zu reflektieren. Und so lernen wir, nicht nur unsere Gewohnheiten in Frage zu stellen, sondern auch die unserer Mitspieler.

ÁRPÁD: Das Ziel des Spiels ist nun, innerhalb von zwei Stunden so viel Passiv-Einkommen mit Investments und Business-Cases aufzubauen, dass die Passiv-Einkommen höher sind als die Ausgaben. So gelangt man aus dem Hamsterrad. Gewonnen hat derjenige, der das Spiel auch noch schuldenfrei beendet.

Und wissen Sie, was das wirklich Spannende an FQ ist? Wir können, wenn die Teilnehmer das Spiel schon 5- oder 10-mal gespielt haben, auch FQ-Bingo spielen. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Wir spielen FQ mit etwa 30 Personen. Und alle haben den gleichen Beruf. Alle ziehen die gleichen Karten. Was glauben Sie, wird am Ende des Spiels das Ergebnis sein? 30 unterschiedliche Ergebnisse. Es ist wie das richtige Leben.

ADRIENN: Und am Ende des Spiels lassen wir die Erkenntnisse der Teilnehmer Revue passieren. Wo waren die Aha-Erlebnisse, wo waren Hürden und wie können wir diesen Hürden im richtigen Leben begegnen. Wir bauen also Brücken, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten, ihre Erkenntnisse mit dem realen Leben zu verknüpfen. Heute ist es egal, ob Sie mit Krypto-Währungen, Immobilien, Aktien, Tax Liens oder mit unterschiedlichen Business-Cases Ihr Geld machen. Wichtig ist die Strategie. Gemeinsam mit der Geldpersönlichkeit, die jeder hat, ist das Ziel von RichFamily, dass jeder seine individuelle Strategie findet und umsetzt, um schließlich auch im Leben aus dem Hamsterrad zu kommen. Im Grunde gewinnt jeder, weil er lernt, mit Informationen richtig umzugehen, und sich sein Erfahrungsschatz mehrt.

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