Schmelzender Gletscher Sólheimajökull auf Island: „Die gesamte Erdgeschichte besteht aus einer Abfolge von meist (sehr langen) Eiszeiten und (meist kürzeren) Warmzeiten, innerhalb derer jeweils ebenfalls große Temperaturschwankungen zu verzeichnen waren.“ Foto: BZT/ Jan Mainka

Rezension: „Kann der Mensch das Klima retten?“

Mehr Realismus und Umweltschutz!

Fit for 55 heißt das Programm, der EU-Plan für die grüne Zukunft Europas. Klimaneutral ist dabei das neue Modewort, und das soll so ziemlich alles betreffen.

Es geht darum, den Kohlendioxid-Ausstoß maximal zu reduzieren. Die Gesamtemissionen sollen demnach bis zum Jahre 2030 um satte 61 Prozent sinken.

„Gegner Kohlendioxid“

Das Ziel ist ehrgeizig und soll durch eine Verschärfung von Bestimmungen und Regelungen erreicht werden. Diese betreffen bei weitem nicht nur den Luft-, Straßen- und Seeverkehr, sondern auch alle öffentlichen und privaten Gebäude, sprich Unternehmensgebäude ebenso wie Familienhäuser und Privatwohnungen der Bürger. Ein international gültiges System zur Verrechnung der Reduzierung von Kohlendioxid wird dann aufgrund einer eigens erstellten Datenbasis eine kostenlose Zuteilung von sogenannten EU-EHS Zertifikaten bereitstellen.

Bis 2035 sollen dann auch alle Verbrennungsmotoren abgeschafft werden. Und wer zu viel Kohlendioxid erzeugt und sich erlaubt, weiterhin mit seinem Benzin- oder Dieselauto zu fahren, zahlt eine Extrasteuer. Klingt alles plausibel, wissenschaftlich fundiert und richtig. Denn wir wollen ja in einer sauberen und grünen Umwelt leben, ebenso wie unsere Kinder und Kindeskinder, und von daher werden wir alles tun, um dem „vom Menschen gemachten Klimawandel“ entgegenzutreten.

Schließlich hört man es seit Jahrzehnten, dass Kohlendioxid durch Verbrennung von Diesel, Benzin, Erdgas, Holz, Flüssiggas und Kohle entstehe, dass es sich dann in der Erdatmosphäre anreichere, was zu einer Klimaerwärmung mit schrecklichen Folgen für die Umwelt führe. Und insofern erstaunt es auch niemanden, wenn EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen von der „Verschmutzung durch Kohlendioxid“ spricht oder wenn Bundeskanzler Scholz erklärt, dass die Menschen viel zu viel davon produzieren.

Das geschieht übrigens auch durch das ganz normale Ausatmen, was zudem in Hinblick auf eine ständig wachsende Weltbevölkerung mit über 8 Milliarden Menschen als Drohkulisse die Panik noch zusätzlich schürt. Von daher erscheint es denn vielen auch plausibel, dass ab 2035 Kohlendioxid-Sünder eher zur Kasse gebeten werden als diejenigen, die auf grüne Energie setzen, wenig reisen, nur E-Autos fahren und vegan essen.

Exorbitante Kosten

Fit for 55 stieß innerhalb der EU auf so gut wie keine Kritik, mit Ausnahme der Ablehnung von Seiten der „bösen“ ungarischen Regierung. Sowohl Ministerpräsident Viktor Orbán als auch sein Minister für Technologie und Industrie, László Palkovics, lehnten Fit for 55 ab und damit auch die Abschaffung des Verbrennungsmotors bis 2035. Ihr Argument: es kommen durch diesen Plan solche exorbitanten Modernisierungs- und Neuanschaffungskosten sowie Kohlendioxid-Strafsteuern auf die Bürger zu, dass die Mehrheit der Bevölkerung ihren gesamten Besitz und ihren Grund und Boden verlieren würde.

Ein solches Konzept, so Viktor Orbán, sei untragbar. Dabei steht Ungarn in puncto Entwicklung von Umwelttechnologie durchaus gut da. Auch die Treibhausgasemissionen hat es bereits um 33 Prozent verringern können. Doch Klimaschutz und Umweltpolitik, so die konservative Regierung, sollten mit Bedacht und in Bezug auf die wirtschaftlichen Interessen des Landes umgesetzt werden.

„Es gibt keine Klimakrise“

Und schließlich hat die Sache mit dem Klima viele Haken, was nicht nur von Seiten der ungarischen Regierung, sondern auch von vielen deutschen und europäischen Wissenschaftlern immer wieder thematisiert wird. Es ist de facto nämlich keineswegs hundertprozentig nachzuweisen, wieviel Einfluss das Kohlendioxid auf den jetzigen Klimawandel hat und welches der Anteil der Menschen daran ist.

Offiziell heißt es, 99 Prozent aller Klimatologen stünden hinter der aktuellen Klimatheorie, was jedoch leider nicht den Tatsachen entspricht. Am 26. September 2019 haben rund 500 Persönlichkeiten und Wissenschaftler aus 13 Ländern einen Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres geschrieben, der mit dem Satz beginnt: „Es gibt keine Klimakrise.“

Darin baten sie um ein Treffen auf höchster Ebene, um die wichtigsten Aspekte der offiziellen Klimatheorie diskutieren zu können. Sie warten bis heute auf eine Antwort. Kein Wunder, Guterres ist ebenso wie die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, sowie dessen Wirtschaftsminister Robert Habeck ein Freund und Unterstützer des World Economic Forums, das eine strikte und radikale Reduzierung des Kohlendioxid predigt. Hier herrschen Linientreue und Konformitätsdruck. Kritische Wissenschaftler stören dabei nur.

Wissenschaftlich nicht legitimierbar

Von daher ist die nun überarbeitet erschienene Neuauflage der bereits 2018 veröffentlichten Broschüre „Kann der Mensch das Klima retten?“ von großer Bedeutung. Darin erklären vier hochkarätige Spezialisten auf eine für jeden verständliche Weise, weshalb Klimatheorie und Klimapolitik, so wie sie heute innerhalb der EU abgehandelt werden, wissenschaftlich nicht legitimierbar sind.

Für die Autoren, Professor Wulf Bennert, Professor Wolfgang Merbach, Professor Hans-Günter Appel und Diplom-­Ingenieur Helmut Waniczek ist die aktuelle europäische Klimaschutzpolitik purer „Öko-Populismus“, eine Art Ersatzreligion mit Dogma, Kardinalstugenden, Heiligen und Ketzern. Und so schreiben sie: „Zu den religiösen Attributen der Klimaschutzbewegung zählen: Todsünden (Fliegen, Fleischkonsum, Fahren von Autos mit Verbrennungsmotoren, das Nutzen von Strom aus Kohlekraftwerken), Kardinalstugenden (vegane Ernährung, E-Autos fahren, Solarstrom nutzen), einen Tag des Jüngsten Gerichts (Verfehlen des neuen 1,5 Grad-Zieles), Prozessionen (Friday for Future), sowie der verordnete Ablasshandel (Kohlendioxid-Steuer und Kompensationsabgaben). Und sie kennt außerhalb der Glaubensgemeinschaft stehende Ketzer: den Klimaleugner. Beim letzteren wird ganz bewusst nicht mehr differenziert, ob er die Erderwärmung infrage stellt oder nur den Einfluss des Menschen darauf bezweifelt.“

Zu kompliziertes und komplexes System

Die Autoren stellen die Berechnungen des Weltklimarates IPCC in Frage. Diese, so schreiben sie, können gar nicht wirklich „exakt“ im Sinne von „eindeutig“ sein, da es im Grunde unmöglich ist „die zeitliche Entwicklung des ungeheuer komplizierten Systems der Wechselwirkungen zwischen der chaotisch bewegten Atmosphäre mit den verschiedenen Wolken, der sich ständig verändernden Solareinstrahlung, der Erdoberfläche mit ihren geografisch ganz unterschiedlichen Strukturen, den Ozeanen mit ihren Strömungen und vom Wind stark abhängigen Oberflächen, der Kryosphäre (Eismassen) der sich jahreszeitlich ändernden Vegetation, den mikrobiell verursachten Ausgasungen, sowie den menschlichen Einwirkungen“ in Computermodellen abzubilden.

Kurz zusammengefasst: Die Entwicklung des Klimas ist wesentlich komplexer, als sich von der Leyen, Scholz, Habeck und die anderen Klimakrieger das so vorstellen. Und mit dem Kohlendioxid verhält es sich ähnlich. Denn, so erklären die Wissenschaftler: „Es gibt keinen prähistorischen Gleichgewichtswert des Kohlendioxid.“ Begriffe wie „zu viel“ oder „zu wenig“ haben diesbezüglich keine Aussagekraft. Insofern kann das Klima auch gar nicht aus dem Gleichgewicht geraten, wie so oft behauptet wird.

„Die gesamte Erdgeschichte“, so kann man lesen, „besteht aus einer Abfolge von meist (sehr langen) Eiszeiten und (meist kürzeren) Warmzeiten, innerhalb derer jeweils ebenfalls große Temperaturschwankungen zu verzeichnen waren.“ Die gute Nachricht dabei ist: „Nach neueren Studien würde eine Verdoppelung des heutigen Kohlendioxid-Gehalts eine Steigerung der gesamten Ernteerträge um 35 Prozent bewirken“, was mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung wohl eher wünschenswert wäre.

Positives Kohlendioxid

Darüber hinaus spielt das Kohlendioxid für die Stoffwechselprozesse vieler Lebewesen eine wichtige Rolle. Und schließlich ist Kohlendioxid nicht nur ein Treibhausgas, nein, es wirkt sogar kühlend. „Im Bereich der oberen Stratosphäre emittiert es mit der Höhe zunehmend selbst sehr langwellige infra­rote Strahlung in den Weltraum und verursacht damit eine Abkühlung.“

Deshalb lässt sich auch über eine Erd­erwärmung durch Kohlendioxid wissenschaftlich streiten. Denn, so stellen die Wissenschaftler in der Broschüre fest: „Eine Veränderung der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre erfolgt (…) stets erst nach den Temperaturveränderungen in Wasser und Luft und nicht umgekehrt.“

In der Fachwelt der Klimatologen wird derweil der Mengenanteil der menschlichen Beteiligung zwischen einem Prozent und 8,25 Prozent geschätzt, allerdings weniger durch Autos oder Ausatmen, als vielmehr aufgrund der Veränderung der Absorptionseigenschaften der Erdoberfläche durch Millionen Quadratkilometer Straßendecken und Dächer, durch die immer größer werdenden Megacitys, die sogenannte „Wärmeinseln“ schaffen. Daneben ist es unter vielen anderen Aspekten auch die sich verändernde Sonnenaktivität, die zur Erderwärmung beiträgt. Die Sonnenaktivität hat im 20. Jahrhundert eine Stärke erreicht, die sie seit über 9000 Jahren nicht mehr hatte. Und das wichtigste Treibhausgas ist eben nicht das Kohlendioxid, sondern der Wasserdampf mit einem umstrittenen Anteil von mehr als 60 Prozent am Treibhauseffekt.

Wozu also diese ganze Klimahysterie?

Dazu meinte der Direktor und Chefökonom des Potsdamer Instituts für Klimaforschung, Professor Ottmar Edenhofer in einem Interview in der Neuen Zürcher Zeitung: „Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. (…) Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“

Teil des Pariser Abkommens war tatsächlich die Schaffung eines so genannten Klimafonds, in den die Industrieländer einzahlen und aus dem ab 2020 die Entwicklungsländer jährlich 100 Milliarden Dollar enthalten. Und nur ganz nebenbei vermerkt: China gehört zu diesen Entwicklungsländern. Es geht also um Geld. Denn das gleiche viel gerühmte Pariser Abkommen schreibt keine weltweite Reduzierung von Kohlendioxid vor, sondern eine Steigerung des Ausstoßes um 14 Milliarden Tonnen pro Jahr. Nur Europa soll reduzieren und bezahlen.

Insofern ist es nicht weiter verwunderlich, dass es die Klimakrieger und viele angebliche „Umweltminister“ nur wenig kümmert, welche katastrophalen Umweltschäden zum Beispiel die Herstellung von Elektroautos auslösen, etwa in den Halbwüsten des mittelamerikanischen „Lithiumdreiecks“ zwischen Bolivien, Argentinien und Chile, wo die Herstellung des Lithiumsalzes so viel Wasser benötigt, dass dort der Grundwasserspiegel sinkt und der größte Teil der dort lebenden Bevölkerung an Wassermangel leidet.

Es ist den Klimakämpfern schlichtweg auch egal, dass die E-Autos alles andere als klimaneutral sind. Denn im Grunde geht es ihnen nicht um das Klima, sondern darum, die vom World Economic Forum und der UN gemeinsam ausgearbeitete Agenda 2030 umzusetzen, die eine massive Wohlstandsreduzierung der Industrienationen plant. Nach dem Motto „build back better“ sieht sie vor, Arbeitskräfte durch Roboter zu ersetzen, Menschen vom Land in die Städte umzusiedeln, sie mit einem bedingungslosen Grundeinkommen auszustatten, sowie den Nationalstaat, Demokratie, Menschenrechte, Freiheit und persönlichen Besitz unter dem Vorwand des Klimaschutzes abzuschaffen.

Im zweiten Teil der Broschüre gehen die Autoren dann mit sehr viel technischen Details auf das Wechselspiel von alternativer und traditioneller Stromversorgung ein, auf die Wichtigkeit stabiler Stromnetze und auf die Atomenergie. Sie untersuchen auch die Nutzung von Wasserstoff für den Antrieb von Autos, hinterfragen die Produktion von Biodiesel und sprechen über die Folgen, die die Energiewende für die Arbeitsplätze hat.

Insgesamt ist diese sehr informative Broschüre eine wahre Erholung, denn sie leugnet nicht, dass es einen Klimawandel gibt, sie wirkt aber der Gehirnwäsche entgegen, die seit Jahren an Schulen und Universitäten bis in den Sprachunterricht hineinreicht, in unzähligen Texten und Sprechübungen.

Umwelt- statt Klimaschutz!

Wie oft müssen Abiturienten und Studenten das Mantra wiederholen vom „Was kann ich für das Klima tun? Oder „Wie produziere ich weniger Kohlendioxid“? Die Autoren geben diesbezüglich eine klare Antwort in neun Punkten. Nicht das Klima ist zu schützen, sondern die Umwelt. Es geht um eine effiziente Anpassung an den tatsächlich stattfindenden Klimawandel, der in erster Linie eben NICHT vom Menschen und nur sehr bedingt vom Kohlendioxid beeinflusst wird.

Statt teurem Klimaschutz sollte es eine erfolgreiche soziale Förderung der Entwicklungsländer geben. Der Erhalt von Wäldern und Regenwäldern ist wesentlich. Kein Export von Müll in Drittländer und keine Verschmutzung der Weltmeere. Was aber an erster Stelle steht: keine Kohlendioxid-Steuer, denn dies ist nichts anderes als eine Scheinmaßnahme, die dem Klima nichts nutzt und die EU-Bürger wirtschaftlich ruiniert.

Fazit

Ein Fazit, das der aufmerksame europäische Leser aus der Lektüre dieser Broschüre ziehen kann, könnte lauten: Wollen die EU-Staaten vermeiden, viel Geld für eine nutzlose Klimapolitik rauszuwerfen, die langfristig keine Verbesserung des Klimas, dafür aber eine Destabilisierung der Stromversorgung und eine nicht auszudenkende Wirtschaftskrise zur Folge haben wird, dann sollten sie sich überlegen, inwieweit sie sich nicht besser an der Umweltpolitik der ungarischen Regierung orientieren.

„Kann der Mensch das „Klima retten“. Fragen und Antworten zu Klimawandel und Energiewende
Kaleidoscriptum Verlag, 5. Auflage.
63 Seiten, 8,70 Euro.
Die Broschüre kann nur über den Webshop dieses Verlages (www.kaleidoscriptum-verlag.de) bezogen werden.

Ein Gedanke zu “Mehr Realismus und Umweltschutz!

  1. Ein wirklich sehr guter Beitrag !!! Man stelle sich vor, gemäß Gates ,Cargill, Dupont, Monsanto und anderer Akteure , die bereits vorsorglich weltweit hunderttausende Qkm Ackerland gekauft haben um dann als Nahrungsmonopolisten aufzutreten und deshalb die Vegane Ernährung fördern. Ginge jetzt das Co² drastisch zurück auf etwa 260 ppm durch Maßnahmen des Klimaunsinns, wie Anfang des 19ten Jahrhunderts, gäbe es erneut Hungersnöte, bei denen Millionen Menschen sterben würden. Die Monopolisten könnten dann noch deutlich höhere Preise fordern und die Menschen müssten diese bezahlen um nicht zu verhungern. Ergebnis : Hungerrevolten wie in vergangenen Zeiten, nur dieses mal mit Vorsatz der Herrschenden.

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