Medizinforschung

In Szeged auf der Suche nach neuen Wegen

Immer mehr antibiotikaresistente Bakterien geben Anlass zur Sorge.

Csaba Pál, wissenschaftlicher Berater des Biologischen Forschungszentrums HUN-REN in Szeged, gewann zum vierten Mal die Unterstützung des Europäischen Forschungsrats (ERC) in der Kategorie „Advanced Grant“. Der Forscher und sein Team werden die Wirksamkeit und Resistenz neuartiger Antibiotika untersuchen, um bakteriellen Antibiotikaresistenzen vorzubeugen. Dieses Thema stellt heute und in naher Zukunft eine der größten Herausforderungen im Gesundheitswesen dar.

Die Resistenz von Krankheitserregern gegen Medikamente stellt ein weltweites Problem dar, es handelt sich quasi um eine weltweite Krisensituation. Während der Forschungsarbeit in Szeged wird im ersten Schritt die Wirksamkeit von Antibiotika unter Laborbedingungen getestet. Ziel ist es nicht, neue Antibiotika zu entwickeln, sondern bestehende und in der Entwicklung befindliche zu testen. Die ersten vorläufigen Ergebnisse geben Anlass zur Sorge.

Teilweise entwickelten sich innerhalb kurzer Zeit Resistenzen gegen die neuen Medikamente. Teilweise entstanden Bakterienstämme, die nicht nur resistent waren, sondern deren Ansteckungsfähigkeit sogar noch stieg. Es gestaltet sich schwierig, in Antibiotika der neuen Generation Strukturmerkmale zu finden, die einen dauerhaften Schutz gegen Bakterien bieten. Wichtig wäre laut der Forschungsgruppe auch die Entwicklung von Antibiotika, die Bakterien an mehreren Stellen angreifen können.

Ziel der Forscher ist es deshalb, Methoden zu entwickeln und anzuwenden, mit denen sie die Resistenzsicherheit eines Moleküls vorhersagen können. Was die Zukunft anbelangt, ist Csaba Pál somit nicht völlig pessimistisch. Es ist jedoch eine dringende strategische Neuausrichtung erforderlich, um antibiotikaresistente Bakterien wirksamer bekämpfen zu können. Denn der übermäßige Einsatz von Antibiotika hat erheblich zur Entwicklung bakterieller Resistenzen beigetragen.

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