Kampf gegen Tumor

Eine neue Ära?

Ein Medikamentenversuch ungarischer Forscher, der an Tieren durchgeführt wurde, hat das Wachstum von Haut- und Lungenkrebs gehemmt und eine vollständige Heilung bei Brustkrebs erzielt.
7. November 2025 14:24
Foto: Universität Pécs

Die gemeinsame Entwicklung des HUN-REN Naturwissenschaftlichen Forschungszentrums (TTK) und der ELTE könnte eine neue Ära in der Geschichte der Tumortherapien einläuten. Die Ergebnisse der Forscher wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Molecular Cancer“ veröffentlicht. In einer Studie gelang es ihnen, die hochtoxische Antikrebsverbindung Pyrrolinodaunorubicin zu entschärfen.

Die Verbindung LiPyDau (liposomales Pyrrolinodaunorubicin) hat sich selbst bei Tumoren als wirksam erwiesen, die auf klinisch eingesetzte Medikamente bisher nicht ansprechen. Kristóf Hegedüs (HUN-REN TTK) arbeitete unter der Leitung von Gábor Mező (ELTE) an der Synthese der Verbindung. Pyrrolinodaunorubicin ist tausendmal toxischer für Krebszellen als herkömmliche Medikamente. Die liposomale Verpackung, die gesunde Zellen vor dem Wirkstoff schützt und gleichzeitig eine gezielte Anreicherung im Tumor ermöglicht, ist ein vielversprechender Ansatz. Szilárd Tóth (HUN-REN TTK) leitete die Testung von LiPyDau an Zelllinien.

Laut András Füredi (HUN-REN TTK), einem der Erstautoren der Studie, handelt es sich um eine der wirksamsten jemals an Mäusen getesteten Antitumor-Substanzen. Die beteiligten Forschungsgruppen arbeiteten fast zehn Jahre lang eng an dem Projekt zusammen. Gergely Szakács (TTK), der Leiter der Studie, hob die beispielhafte nationale Kooperation hervor. Das Nationale Labor für Arzneimittelentwicklung, das HUN-REN-Forschungszentrum für Energiewissenschaften, die Uni Óbuda, die Uni Pécs, das Nationale Institut für Onkologie und die Medizinische Universität Wien waren ebenfalls an dem Projekt beteiligt. Die Forscher wurden von der Kineto Lab Kft., einem der führenden ungarischen Unternehmen für die Entwicklung onkologischer Arzneimittel, unterstützt, mit dem sie bereits klinische Studien zu LiPyDau planen. Gründungsdirektor Attila Kigyós erklärte, LiPyDau ist mit Abstand die wirksamste Antitumor-Substanz, die das Unternehmen getestet hat. Es müsse alles daran gesetzt werden, diese so weit zu entwickeln, dass klinische Studien möglich sind oder das Interesse eines großen Pharmaunternehmen geweckt wird. Er sieht in LiPyDau eine vielversprechende Chance, eines der ersten in Ungarn entwickelten Krebsmedikamente zu werden.

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