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Ungarische Forschung

Durchbruch bei Alzheimer-Diagnose

Ungarn ist das erste Land in Mittelosteuropa, das die Alzheimer-Krankheit früh erkennen kann.

Mithilfe einer Blutuntersuchung wird bereits 10-15 Jahre vor Auftreten der Symptome das Vorhandensein „kranker“ Proteine erkannt, die für die Herausbildung der Krankheit verantwortlich sind. Eine schleichende Verschlechterung des Zustands kann mit einem Online-Gedächtnistest überwacht werden.

„Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, den Rückgang kognitiver Funktionen hinauszuzögern“, sagte Mária Sátori, Leitende Neurologin am Medizinischen Diagnostikzentrum „Pozitron“. Weltweit leben ca. 50 Mio. Menschen mit der Krankheit, die Zahl der Betroffenen in Ungarn wird auf 250.000 Personen geschätzt. Mit der Alterung der Gesellschaft könnte sich diese Zahl in den nächsten 20 Jahren verdoppeln.

Screening-Test als Neuheit in der Diagnose

Bei der Krankheit handelt es sich um eine irreversible Gehirndegeneration, bei der die Denkfähigkeit abnimmt, bis der Patient einfache Aufgaben des Alltags nicht mehr bewältigen kann. Die kranken Proteininseln (Proteinplaques, sog. Beta-Amyloid), die sich im Gehirn ansammeln, zerstören Neuronen und somit die synaptischen Verbindungen zwischen den Neuronen. Beim Screening-Test, der als Neuheit in der Diagnose der Alzheimer-Krankheit gilt, kann das Vorhandensein abnormaler Proteine durch eine einfache Blutuntersuchung festgestellt werden. Mit durch KI ausgewerteten Online-Testreihen ist es möglich, auf einen beginnenden Rückgang kognitiver Funktionen zu schließen. Dank dieses Zweikomponententests kann die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, mit einer Genauigkeit von 96-97% abgeschätzt werden. Mit der neuen Labordiagnostik lässt sich zudem leicht herausfinden, ob jemand demenzähnliche Symptome zeigt, tatsächlich aber an einer chronischen Stoffwechselerkrankung wie Vitamin-B12-Mangel oder einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, die geheilt werden kann.

Den eigenen mentalen Zustand ermitteln

Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit werden noch erforscht. Die stärkste Theorie ist bislang, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Am vielversprechendsten sind laut der ungarischen Spezialistin die Stammzelltherapie und die Gentherapie. Beide Verfahren befinden sich zwar erst in der ersten klinischen Testphase, zeigen aber ermutigende Ergebnisse.

Die bisherigen Testergebnisse belegen, so Mária Sátori, dass es möglich sei, unsere geistige Leistungsfähigkeit durch Gehirnübungen zu verbessern. Die Aufgaben des oben genannten Tests zielen auf unterschiedliche kognitive Bereiche ab. Die Ergebnisse können Aufschluss darüber geben, welche Bereiche des Gehirns effizient arbeiten. Auf der Website kongnitivtesztek.hu können Interessierte kostenlos ihren aktuellen mentalen Zustand ermitteln.

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