Budgetdefizit
Zinsen kosten ein Vermögen
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Nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums wird Ungarns Regierung das diesjährige Defizitziel nach ESA-Standard bei 4,1% am BIP halten. Wie berichtet, sank das kumulierte Defizit im sechsten Monat um 27,4 auf 2.773,6 Mrd. Forint. Der minimale Überschuss gelang vor allem wegen der üppigen Dividendenausschüttungen staatlicher Gesellschaften: die Glücksspielgesellschaft Szerencsejáték Zrt. und die Corvinus Zrt. (als Miteigentümer des Flughafens) zahlten rund 200 Mrd. Forint in den Haushalt ein. Aber selbst das hätte nicht gereicht, wären nicht an Körperschaftsteuer noch im Mai 100 Mrd. Forint geflossen, obgleich die Zahlungsfrist in diesem Jahr wegen des Wochenendes auf Anfang Juni fiel.
Zur Jahresmitte hat sich im Zentralhaushalt ein Gesamtdefizit von 2.727,6 Mrd. Forint angesammelt, bei den SV-Kassen sind es 118,9 Mrd. Forint, wohingegen die staatlichen Sonderfonds 72,9 Mrd. Forint einzahlen konnten. Im I. Halbjahr sprudelten die Einnahmen des Fiskus aus Steuern und Abgaben (+9,5%), darunter besonders aus den Verbrauchsteuern (+12%). Leider nahmen die Zinsaufwendungen im Schuldendienst noch drastischer, um ungefähr ein Viertel auf rund 2.500 Mrd. Forint zu. Der Staat zahlte zudem 3.850 Mrd. Forint für Renten und 1.500 Mrd. Forint für die Gesundheit der Bürger.
Die Gesamteinnahmen des Fiskus stiegen im Jahresvergleich bis Ende Juni um 4% auf 19.685 Mrd. Forint, die Ausgaben im gleichen Tempo auf 22.460 Mrd. Forint. Die Staatsschulden nahmen um 3.785 Mrd. Forint zu, die Nettoschuldenaufnahme aber sogar um 4.400 Mrd. Forint. (Der Differenzbetrag erhöht die Devisenreserven des Landes.) Der stabile Forint hat den Buchwert der Devisenschulden derweil um 510 Mrd. Forint gesenkt.
