Automarkt
Wenn die Kaufkraft fehlt
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Nach Ansicht der Vereinigung der Fahrzeugimporteure (MGE) ist das eine durchaus gute Zahl, denn hohe Zinsen und steigende Autopreise schreckten viele Käufer ab. Die fehlende Kaufkraft zeigte sich noch markanter am Gebrauchtwagenmarkt, der um ein Sechstel einbrach.
Im Gegensatz zum Gesamtmarkt nahmen die Verkaufszahlen der „neuen Klassen“ weiter zu: Mit einem Anstieg um 23,5% kam es zu gut 5.800 Neuzulassungen von Elektroautos. Die reinen Stromer ließen damit erstmals das Segment der Plug-in-Hybride hinter sich, das „nur“ um 13,5% auf 5.550 Einheiten zulegen konnte. Der Marktanteil von Pkw mit Elektroantrieb erreichte somit 10,5%.
Jeder Zweite kauft SUV
Dominant am Neuwagenmarkt bleiben SUV-Modelle, die praktisch jeden zweiten Käufer überzeugen. Die Top-Marken waren Toyota (14.220 Verkaufseinheiten, +7%), Suzuki (12.170, -12%) und Skoda (10.920, +58%). VW (8.800, -15%) fiel auf die 4. Position zurück, die Premiumhersteller BMW (5.240, +10%), Mercedes (4.630, -20%) und Audi (3.620, +26%) folgten auf den Plätzen 7, 8 und 11. Tesla (1.320, +120%) hat inzwischen Marken wie Lexus (1.110, +47%) und Porsche (440, +23%) hinter sich gelassen.
Am Gebrauchtwagenmarkt fiel die Zahl der getätigten Transaktionen drastischer, um 16% auf rund 105.650 Einheiten zurück. Der wachsende Importanteil (alter Fahrzeuge) führt zu einem steigenden durchschnittlichen Lebensalter der auf Ungarns Straßen verkehrenden Pkw-Flotte – aktuell haben die zugelassenen Pkw hierzulande im Schnitt 15 Jahre und mehr auf dem Buckel. Laut DataHouse bleibt VW (mit einem Importanteil von 13%) die beliebteste Marke im Gebrauchtwagensegment; Ford (9%) drängte Opel (knapp 9%) auf Platz 3. Gleich dahinter folgen die deutschen Premiumhersteller Audi (7%), Mercedes (6%) und BMW (5,5%).
MGE tippt konservativ
Im vergangenen Jahr wurden außerdem 20.750 Transporter (+17,5%), 6.350 Trucks (+11,5%) und 3.650 Auflieger (+9%) verkauft. Auch der Markt für Busse kommt in Gang (820 Einheiten, +17,5%). Außerdem gingen 6.550 Motorräder (+26%) über den Ladentisch. Obgleich die MGE deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für die Käufer ausmacht, setzt sie den Neuwagenmarkt für 2024 in ihrer aktuellen Prognose konservativ nur auf rund 100.000 Einheiten an. Der Anteil an Elektroautos dürfte weiter zunehmen, rund 7.500 reine Stromer könnten ihre Kunden finden, was freilich erheblich von der Höhe der staatlichen Kaufprämien abhänge.
