Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Einzelhandels seit Anfang 2023 (Veränderung zum jeweiligen Vorjahresmonat in %).

Einzelhandel

Wenig Lebensmittel im Einkaufskorb

Nun stottert auch der wichtigste Konjunkturmotor.

Im Mai ist der Einzelhandel zum Vorjahr um 2,1% gewachsen, teilte das Zentralamt für Statistik (KSH) am Montag mit. Zu laufenden Preisen ließen die Ungarn weniger als 1.700 Mrd. Forint in den Geschäften. Gemessen an den ersten vier Monaten des Jahres hat sich die Dynamik beinahe halbiert.

Besonders auffallend ist der schwache Wert im Lebensmittelsegment (+0,5%). Im vergangenen Jahr stiegen die Zahlen im gleichen Segment um knapp 4%, im Weihnachtsgeschäft fiel die Dynamik sogar noch höher aus. Im neuen Jahr ging von diesem Schwung, der noch in den Januar hinübergerettet werden konnte, in der Folge monatlich ein Prozentpunkt verloren. Wenn man die reinen Lebensmittelgeschäfte (einschließlich Trafiks für Tabakwaren) gesondert betrachtet, also die Gemischtwarenläden aus dieser Statistik herausnimmt, ergab sich im Mai sogar ein Minus von 4%!

Experten sehen im Hintergrund die unverändert hohe Lebensmittel-Inflation. Zwar unternahm die Regierung mit ihrem Reglement der Handelsspanne für zahlreiche Grundnahrungsmittel mehr als kosmetische, für die Händler schmerzhafte Eingriffe. Die Bürger müssen ihr weniges Geld dennoch zusammenhalten. An den Tankstellen fiel das Verkaufsvolumen im Mai sogar bereits wieder absolut zurück (-1,1%), zum ersten Mal im Jahre 2025.

Das Nonfoodsegment hält sich momentan noch am stärksten (+4,0%), getragen von Industrieartikeln (+9%), Möbeln und Haushaltstechnik (+7%). Das ungebremste Vorpreschen des Internethandels (+5%) deutet eher auf Verschiebungen im Kaufverhalten hin.

Das Gesamtbild betrachtet stehen die Zeichen noch auf Wachstum: Von Januar bis Mai legte der Einzelhandel um durchschnittlich 3,1% zu, darunter das Nonfoodsegment um 4,6%, der Lebensmittelhandel um 2,7% und der Kraftstoffhandel um 0,7%.

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