Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung der Erwerbslosenquote seit Mitte 2019 (in %) sowie im Kreisdiagramm die aktuelle Beschäftigtenzahl (in Tsd. Personen).

Arbeitsmarkt

Weiterhin ausgesprochen robust

Die Erwerbslosenquote ist auf 3,2% gefallen, die Beschäftigungsquote auf 74,3% gestiegen. Das Zentralamt für Statistik (KSH) präsentierte am Donnerstagmorgen Rekordzahlen.

Die Beschäftigungsquote lag noch nie so hoch, die bei den Frauen praktisch 70% erreicht und bei den Männern auf 80% zusteuert. Damit zeigt sich der einheimische Arbeitsmarkt unbeeindruckt vom Ukraine-Krieg weiterhin ausgesprochen robust. Die Wirtschaft beschäftigte im II. Quartal knapp 4,7 Mio. Menschen, nochmals 75.000 mehr, als vor einem Jahr um diese Zeit. Dabei ist der Anteil von Personen in öffentlichen Arbeitsprogrammen weiter gesunken, deren Gesamtzahl das KSH noch auf 80.000 Personen schätzte. Zugenommen habe aber auch die Zahl der Ungarn, die ihr Brot wieder im Ausland verdienen. Ihre Zahl schätzten die Statistiker für das II. Quartal auf 95.000 Personen.

Quasi Vollbeschäftigung

Im besten Arbeitsalter (25-55 Jahre) sind neun von zehn Ungarn beschäftigt, unter den älteren Jahrgängen immerhin noch zwei Drittel. Regional ergibt sich eine Spanne von knapp 80% in der Hauptstadt bis zu weniger als 70% in Nordungarn.

Die Erwerbslosenquote sank im II. Quartal auf 3,2%, wie zuletzt Ende 2019 gemessen. Infolge der Corona-Pandemie schoss diese Quote zur Zeit der ersten Notstandslage im Frühling 2020 bis auf 4,7% nach oben, während der 3. Corona-Welle Anfang 2021 nochmals auf 4,5%. Von Arbeitslosigkeit in der Krise waren überdurchschnittlich Frauen betroffen, in diesem Jahr entwickelt sich ihre Quote aber wieder besser, als die der Männer. Die 3,2% markieren die beste statistische Erwerbslosenzahl im Nachwende-Ungarn. Besonders deutlich sank die Quote im Jahresvergleich bei Berufsanfängern, wo diese freilich immer noch glattweg 10% beträgt. Das geht aber damit einher, dass in allen anderen Altersgruppen keine drei Prozent mehr erreicht werden, was de facto Vollbeschäftigung bedeutet.

Noch 230.000 Menschen arbeitslos

Während die Arbeitsmarktdaten des KSH auf Schätzungen beruhen, die aus Erhebungen gewonnen werden, zählen die Arbeitsämter wie gehabt die genaue Zahl von Menschen auf Jobsuche. Demnach waren mit Stand Jahresmitte noch 230.000 Menschen als arbeitslos registriert, ein Achtel weniger, als Mitte 2021.

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