KI-Strategie
Vom Bürgeramt bis zur Grundschule
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Palkovics drängte auf möglichst schnelle Antworten bei den technologischen Herausforderungen, da es sonst nicht möglich sei, Anwendungen zu entwickeln, Daten zu strukturieren oder große Rechenzentren zu betreiben. Durch langjährige KI-Expertise können Ungarns Entwicklungszentren und Forscher mit dem schnellen technologischen Fortschritt mithalten. Nun sei die wichtigste regulatorische Aufgabe, diese Aktivitäten zu unterstützen. Bei der Finanzierung hat die Regierung bereits erste Maßnahmen ergriffen. Für Ende des Jahres stellte der Regierungsbeauftragte eine Ausschreibung für Startups mit einem Budget von 73 Mrd. Forint (gut 185 Mio. Euro) in Aussicht. Zusätzlich ist mit EU-Geldern eine weitere Ausschreibung (veranschlagt sind mehr als 50 Mrd. Forint) geplant, an der sich auch private Geldgeber beteiligen können.
Ungarisches Sprachmodell
Der Regierungsbeauftragte sieht die Entwicklung eines umfassenden ungarischen Sprachmodells mit kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Komponenten sowie die Nutzung nationaler Datenbestände als wesentliche Grundlage für effektive KI-Anwendungen. Besonders bei der Verarbeitung von Dokumenten zum ungarischen Kulturerbe könnte die Technologie eine Schlüsselrolle spielen. Verschiedene Institutionen wie das Nationalarchiv, das Zentralamt für Statistik (KSH) und die Steuer- und Finanzbehörde (NAV) sind bereits für den KI-Einsatz gerüstet. Dies soll zu einer effizienteren Verwaltung und bürgerfreundlicheren Dienstleistungen führen.
Dann kommen humanoide Roboter
Ungarn biete dank seiner günstigen Energieinfrastruktur ideale Bedingungen für große Rechenzentren. Die vorhandene industrielle Kapazität eigne sich zudem für die Produktion humanoider Roboter: „Wer Autos bauen kann, kann alles bauen“, betonte Palkovics. In der aktuellen Phase der technologischen Entwicklung sei es wichtig, sich früh Marktanteile zu sichern, da derartige Geräte ein ähnliches Marktpotenzial wie Fahrzeuge erreichen könnten. Ein angemessenes regulatorisches Umfeld und geeignete Testmöglichkeiten könnten auch ausländische Hersteller dazu bewegen, ihre Entwicklungen in Ungarn anzumelden.
Bildungswesen als Grundpfeiler
Die kürzlich verabschiedete Überarbeitung der nationalen KI-Strategie priorisiert die Bildung. Grundlagenwissen wird kostenlos über Online-Lehrmaterialien des KI-Wissenszentrums der Gábor-Universität und im Internet angeboten. Die Universitäten erweitern ihre Lehrpläne um KI-bezogene Inhalte; ab Ende Oktober wird die KI erstmals testweise auch in der Berufsbildung eingesetzt. Palkovics empfiehlt, dass ab Februar alle Mittelschulen und ab kommenden September auch alle Grundschulen KI-Vorbereitungskurse anbieten sollten.
