Die MTI-Graphik zeigt das Defizit des Zentralhaushalts und des Staatshaushalts nach den ersten zwei Monaten 2021/22 (in Mrd. Forint).

Staatshaushalt

Viele einmalige Effekte

Das Defizit des Staatshaushaltes ist Ende Februar bei 1.434 Mrd. Forint oder 45% der Jahresvorgabe  angelangt, bestätigte das Finanzministerium am Donnerstag.

Vor einem Jahr waren es zur gleichen Zeit zum Vergleich 540 Mrd. Forint.

Nach einem Überschuss zum Jahresauftakt hatte sich im zweiten Monat ein Fehlbetrag von 1.585 Mrd. Forint angesammelt. In den ersten beiden Monaten stiegen die Einnahmen des Fiskus um 720 auf 4.630 Mrd. Forint, die Ausgaben aber sogar doppelt so dynamisch (um 36%). Im Februar wurde die 13. Monatsrente ausgeschüttet, was zusammen mit der Rentenerhöhung um 5% für Mehrausgaben von 275 Mrd. Forint sorgte.

Die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer legten im Januar-Februar um ein gutes Viertel auf 965 Mrd. Forint zu, die Verbrauchsteuern stagnierten – vor allem wegen der Preisdeckelung an den Tankstellen – bei 180 Mrd. Forint. Bei der Einkommensteuer wurde das Plus von knapp 80 Mrd. Forint durch die einmalige Steuerrückerstattung ausgelöscht, die Familien 620 Mrd. Forint in die Haushaltskassen spülte. An EU-Transfers erwartet Ungarn für das Gesamtjahr 2.365 Mrd. Forint, von denen bislang weniger als 200 Mrd. Forint eintrafen. Derweil ging der Staat mit rund 700 Mrd. Forint wieder gehörig in Vorleistung. Die Staatsschulden näherten sich Ende Februar 42.000 Mrd. Forint an, mit einem Anteil der Devisenschulden von etwas mehr als 20,5%.

Ein Gedanke zu “Viele einmalige Effekte

  1. Die Wahlgeschenke und die Konflikte mit der EU kosten die Ungarn nicht nur einmalig viel Geld.
    Die hohe Staatsverschuldung wird den ungarischen Staatshaushalt auch aufgrund steigender Zinsen zunehmend belasten.
    Den finanziellen Spielraum des Staates haben Fidesz und Orban nun derart ausgereizt, dass sie – nach großen Tönen in der Vergangenheit – nun doch um Kredite aus dem EU-Topf bitten müssen.

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