Experte zu EU-Geldern
Verzicht wäre zu großes Opfer
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Der Anlageexperte Viktor Zsiday schrieb in einem neuen Blogbeitrag, Ungarn werde ernste Probleme bekommen, wenn es ohne EU-Gelder bleibe. Vorstöße wie jener des Europaparlaments, das Land des Ratsvorsitzes zu berauben, könnten Ungarn innerhalb der Gemeinschaft weiter an den Rand drücken. Verlieren die Anleger erst ihr Vertrauen, könnte eine intensive Kapitalflucht einsetzen.
Es sei ein Irrtum (von Wirtschaftsminister Márton Nagy, den Zsiday aber nicht namentlich nannte) zu glauben, man könnte die fehlenden Transferleistungen auf dem Wege forcierter Auslandsinvestitionen (FDI) und eines Kapitalzustroms aus dem Osten ausgleichen. Denn schließlich handele es sich bei den Geldern aus Brüssel um Fördermittel, die Ungarn nicht zurückzahlen muss, und mit denen das Land seine Devisenreserven aufstocken kann. Jedes FDI-Engagement sei derweil mit Gewinnerwartungen und einem (späteren) Abfluss von Devisen verbunden.
Zsiday verweist auf das Beispiel Serbiens, wonach Unabhängigkeit nicht gleichzusetzen sei mit wirtschaftlichem Fortschritt – der Traum von einem Status, wie ihn die Schweiz besitzt, bleibe für Ungarn ein Traum. Mit einem Huxit rechnet der Experte zwar nicht, dennoch könnte sich Ungarn „de facto“ aus der Gemeinschaft verabschieden.

Sich aus Brüssel erpressen zu lassen, wäre das Schlimmste.
Hat schon Bundeskanzler Schmidt gesagt. Erpressern nie nachgeben.