Wer konnte, tankte sein Fahrzeug vor dem langen Wochenende noch einmal auf – die Trucks müssen fortan Marktpreise bezahlen, für Pkw bleibt der Sonderpreis von 480 Forint. Foto: BZ/ Rainer Ackermann

Tankstellen

Versorgung mit Engpässen

Das Fahrverbot für Lkw am langen Feiertags-Wochenende hat die Versorgungslage an den Tankstellen ein wenig entspannt.

Dennoch mussten immer mehr Tankstellen schließen, an anderen wurden nur Kraftstoffe zu Marktpreisen angeboten. Die Geschäftsführerin des Fachportals holtankoljak.hu, Eszter Bujdos, schätzte die Zahl der Tankstellen, deren Vorräte vollkommen erschöpft waren, am Sonntag auf rund zweihundert. Mittlerweile hätten vier von fünf Tankstellen im Lande Beschränkungen eingeführt; verbreitet sind Limits wie 100 Liter oder 25.000 Forint.

Großhandel will keine Verluste

Weiter voraus blickt der Präsident des neu gegründeten Verbandes der Freien Tankstellen (FBSZ). Gábor Egri sagte dem Wirtschaftsportal napi.hu, sollten die Großhandelspreise weiter steigen, könnten die Kraftstoffe den Tankstellen in zwei Monaten ausgehen. Niemand sehe die Prozesse, die im Hintergrund in der Branche ablaufen, seit die Regierung die willkürliche Preisdeckelung einführte und insbesondere seit diese auf den Großhandel ausgeweitet wurde. Egri hält es für unwahrscheinlich, dass die Großhandelsfirmen die Tankstellen weiter beliefern, wenn sie 80-100 Forint pro Liter Verluste machen. Versorgungsengpässe dürften aber auch dann entstehen, wenn die Regierung – ab Mitte Mai – daran geht, das Preisdiktat schrittweise zu beenden.

Sonderpreis auch für Busse!

Am Freitag forderte der Budapester OB Gergely Karácsony Ministerpräsident Viktor Orbán auf, den amtlichen Kraftstoffpreis von 480 Forint auch für Busse im öffentlichen Nah- und Fernverkehr geltend zu machen. Der Staat kassiere kräftig an den ausgeuferten Kraftstoffpreisen ab, die durch eine 27%-ige Mehrwertsteuer belastet werden. Kommunen werden diese zusätzlichen Belastungen aufgebürdet, dabei liege das Umsteigen auf den Massenverkehr genauso im Interesse des Staates. Budapest müsse seit der Corona-Krise eine erhöhte Solidaritätsteuer bezahlen und auf einen Teil der Einnahmen aus der Gewerbesteuer verzichten. Nun sei es an der Zeit, dass die Fidesz-Regierung der Hauptstadt auch mal etwas zurückgibt, schrieb der linksliberale Oberbürgermeister.

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