Moody’s

Ungarns Rating bestätigt

Moody‘s hat das Schuldenrating Ungarns mit Baa2 und den Ausblick stabil bestätigt.

Wie die Ratingagentur am Freitagabend mitteilte, sind die mittelfristigen Wachstumsaussichten solide. Ungarn verfüge über eine der höchsten Produktivitätsraten in der EU und hat einen der niedrigsten Körperschaftsteuersätze. Diese Faktoren machen das Land auch für ausländische Unternehmen attraktiv. Die Finanzkraft ist solide, mit einer mäßig hohen Schuldenlast und einer relativ starken Fähigkeit, seine Schulden zu bezahlen. In der Analyse wird jedoch auch betont, dass die größte Herausforderung die Unsicherheit in Bezug auf die EU-Finanzierung ist.

Schuldenquote wird nachhaltig gesenkt

Die Ratingagentur geht davon aus, dass die ungarische Wirtschaft im nächsten Jahr um 3% wachsen wird, gestützt durch starke Exporte, hohe Investitionen und den Konsum. Moody‘s bewertet das Engagement der Regierung zum Abbau des Haushaltsdefizits und der Staatsverschuldung positiv und betont, dass die Schuldenquote nachhaltig gesenkt werden kann. Es ist jedoch wichtig hinzuzufügen, dass die Energieabhängigkeit zu den Risiken zählt, wobei es in diesem Bereich im Vergleich zum letzten Jahr eine deutliche Verbesserung gegeben hat, was sich auch in der verbesserten Zahlungsbilanz widerspiegelt. Ungarn besitzt zudem die höchste öffentliche Investitionsquote und die dritthöchste Investitionsquote innerhalb der EU. Die Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen in Ungarn erreichten im I. Halbjahr 8,1 Mrd. Euro und übertrafen damit bereits den Rekordwert des letzten Jahres.

Problem überalterte Gesellschaft

Allerdings könnte die ungarische Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter laut Eurostat zwischen 2023 und 2040 um 8% und damit schneller als im EU-Durchschnitt (-6,5%) zurückgehen. Moody‘s erwartet, dass das Haushaltsdefizit von 6,2% in 2022 auf 4,2% am BIP in diesem Jahr und 3,5% im nächsten Jahr sinken wird. Dies werde durch ein starkes Einnahmenwachstum in Verbindung mit höherer Inflation und steuerlichen Maßnahmen erreicht, die den Anstieg der öffentlichen Ausgaben ausgleichen.

Die Finanzierungskosten in Ungarn sind gestiegen, da die Geldpolitik als Reaktion auf den Inflationsanstieg gestrafft wurde. Die Inflation erreichte im Januar ihren Höhepunkt und fiel im Juli auf 17,5%. Moody‘s geht davon aus, dass die Rate bis Ende des Jahres weiter in den einstelligen Bereich zurückgehen wird. Die Ratingagentur geht zudem davon aus, dass Ungarn letztlich schrittweise den größten Teil der EU-Gelder erhalten wird.

Ein Gedanke zu “Ungarns Rating bestätigt

  1. Die Ratingagentur geht zudem davon aus, dass Ungarn letztlich schrittweise den größten Teil der EU-Gelder erhalten wird.
    Falls in Brüssel die Linksgrünen deutlich am Einfluss verlieren. Momentan sieht es so aus. Das hat VO auch in seiner Rede in Tihany kürzlich als Chance gesehen. Deutschland wird mit einer starken AfD dazu beitragen können.

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