Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Haushaltsdefizits seit 2011 (in % am BIP).

Staatshaushalt

Tiefe Griffe in die Tasche

Der Fiskus hat im I. Quartal Neuschulden von 740 Mrd. Forint angehäuft, teilte das Zentralamt für Statistik (KSH) am Freitagmorgen mit.

 

Das entspricht 4,8% des zeitanteiligen BIP und stellt eine Verbesserung zum Vorjahr um ein knappes Zehntel oder 1,4 Prozentpunkte dar.

Der Fiskus konnte seine Einnahmen um knapp 28% auf 6.450 Mrd. Forint steigern. Die Erlöse aus der Einkommensteuer zeigten einen Zuwachs um die Hälfte, was einem Plus von 340 Mrd. Forint entspricht. Die Mehrwertsteuer (ÁFA) spielte gut 300 Mrd. Forint zusätzlich ein (+26%), die SV-Einnahmen wuchsen um 210 Mrd. Forint (+15%). Unter den um 500 Mrd. Forint (+58%) anschwellenden Sonstigen Einnahmen halten die EU-Transfers den Löwenanteil.

Die Gesamtausgaben legten um fünf Punkte weniger dynamisch auf 7.190 Mrd. Forint zu. Ein tiefer Griff in die Tasche erfolgte für die Staatsdiener, deren Einkommen um 490 Mrd. Forint (+36%) zunahmen. Infolge der erstmals komplett ausgeschütteten 13. Monatsrente kletterten die Rentenauszahlungen um 320 Mrd. Forint oder 31%. Der Staat musste 15% mehr für den Schuldendienst aufwenden, hatte aber auch 15% mehr für Investitionen übrig – diese Positionen weiteten sich um jeweils 45-55 Mrd. Forint aus.

Im Gesamtjahr 2021 fabrizierte der ungarische Staat Neuschulden von 3.740 Mrd. Forint oder 6,8% am BIP. Trotz dynamischen Wirtschaftswachstums verringerte sich das Niveau der Neuschulden zum Corona-Krisenjahr 2020 um einen einzigen Prozentpunkt. Der Staat nahm insgesamt 22.690 Mrd. Forint ein und gab 26.430 Mrd. Forint aus. Die Dynamik auf der Einnahmenseite lag mit +8,5% ungefähr um anderthalb Prozentpunkte über jener der Ausgabenseite. Im IV. Quartal zeigte sich ein im Vergleich zum Gesamtjahr günstigerer Trend. Dennoch summierten sich die Staatsschulden (nach Angaben der Notenbank) am Jahresende auf 42.410 Mrd. Forint oder 76,8% am BIP.

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