Preiskontrollen
Tagesbedarf gelistet
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Mit dieser Maßnahme will das Wirtschaftsministerium erklärtermaßen den Inflationsdruck im Lebensmittelhandel senken. Erfasst werden die Preise freilich nur im Kreis der großen Ketten, der drei Diskontketten Aldi, Lidl und Penny, der Supermarktkette Spar sowie der Hypermarktketten Tesco und Auchan.
Nur der Trappistenkäse zählt
Der preisbewusste Kunde kann sich nach den tagesaktuellen Preisen für Produkte in fünf Kategorien informieren, die da wären: Milchprodukte, Käse, Eier – Fleisch und Wurstwaren – frisches Obst und Gemüse – Brot – haltbare Lebensmittel. Die „Käsetheke“ des Preismonitors beschränkt sich auf den Trappistenkäse, den die Ungarn für ihr Leben gern paniert verspeisen. Auch das „Angebot“ an Milch, Joghurts und saurer Sahne ist überschaubar. Unter sechs Obstsorten, die derzeit ausgepreist werden, scheint die Erdbeere am wenigsten langlebig. Am ehesten in die Tiefe geht der Preismonitor bei Broten, Wiener Würstchen und den Buttersorten. Unter den haltbaren Lebensmitteln werden neben Nudeln Mehl, Zucker und Speiseöl, aber auch die gängigsten Konserven und Fruchtsäfte aufgeführt. Die neue Einkaufshilfe zeigt etwa beim Dosenmais dreifache Preisunterschiede an.
Wird das zum Eigentor?
Handelsketten mit Umsatzerlösen unter 100 Mrd. Forint im Jahr können sich dem GVH-Leitfaden auf freiwilliger Basis anschließen, während die Großen der Branche ihre Preise täglich aktualisiert mitteilen müssen. Ob sich die einheimischen Ketten CBA, Coop und Reál diesem Wettbewerb tatsächlich stellen wollen, sei dahingestellt. So aber machen die Behörden ungewollt Reklame für die Multis – das nächste Eigentor der Orbán-Regierung? In der regierungsnahen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ z. B. wurde der Preismonitor mit dem Titel angekündigt, wo die Kunden die preiswertesten Grundnahrungsmittel finden. Unbezahlte Werbung für die großen Ketten…
