Einzelhandel
Sehr verhaltener Januar
Im Januar stagnierte der Umsatz in den Lebensmittelgeschäften, im Nonfood-Segment hielten sich die Kunden erst recht zurück (-1%). Einzig an den Tankstellen, die für ein Sechstel des Einzelhandelsvolumens stehen, gönnten sich die Bürger mehr (+4,5%), geht aus den am Mittwoch vorgestellten Zahlen des Zentralamtes für Statistik (KSH) hervor. Zu laufenden Preisen wurden 1.350 Mrd. Forint umgesetzt, kaum mehr als Anfang 2023. Das entsprach einem Anstieg zum Vorjahr um 0,6%. Somit ist die Einzelhandelsbranche im Januar weit von den Wunschvorstellungen eines Márton Nagy entfernt, der Konsum sollte nach Kräften zum avisierten Wirtschaftswachstum von 4% beitragen.
Der Optimismus des Wirtschaftsministers schien dabei nicht unbegründet, denn der Mindestlohn wurde landesweit bereits zum 1. Dezember um 10-15% angehoben. Die Auszahlung des erhöhten Lohns erfolgte somit im Januar, doch ist es gut denkbar, dass viele Ungarn das Geld „auf Pump“ bereits im Weihnachtsgeschäft einsetzten: Die im Dezember im Einzelhandel realisierten 1.800 Mrd. Forint stellen jedenfalls ein Rekordvolumen dar. Im letzten Monat des Jahres waren daraufhin die Lebensmitteleinkäufe um knapp 1,5% gestiegen – auf diese erste Schwalbe folgte also im Januar nur wieder Stagnation.

