Die MTI-Graphik zeigt das Defizit des Zentralhaushalts (l.) und des Staatshaushalts für Januar-August 2022/21 (in Mrd. Forint).

Staatshaushalt

Schwacher Forint eher nachteilig

Die Einnahmen des Staatshaushaltes stiegen bis Ende August um 3.365 Mrd. Forint oder 21,5% zum Vorjahr, teilte das Finanzministerium am Freitag mit.

Die Ausgaben legten zur gleichen Zeit aber sogar um 24,5% oder um 4.335 Mrd. Forint zu.

Daraus ergab sich ein Defizit im Zentralhaushalt von 2.965 Mrd. Forint sowie von 145 Mrd. Forint bei den SV-Kassen, wohingegen die staatlichen Sonderfonds mit 235 Mrd. Forint im Plus lagen.

Wie bereits vorab berichtet, kumulierte das Defizit des Staatshaushaltes in den ersten acht Monaten auf 2.873 Mrd. Forint oder 91% der Jahresvorgabe. Vor einem Jahr hatte der Staat zur gleichen Zeit 1.900 Mrd. Forint Neuschulden gemacht. Auf der Einnahmenseite sprudeln weiterhin Steuern und Abgaben, die sich um ein Siebtel mehrten. Unter den Ausgaben nahmen jene für staatlich geförderten Wohnungsbau, Vorfinanzierung von EU-Programmen, aber auch der Renten- und Krankenkassen besonders dynamisch zu.

ÁFA-Plus bei 1.000 Mrd. Forint

Aus der Mehrwertsteuer wurden 4.345 Mrd. Forint erlöst, 990 Mrd. Forint oder 30% mehr, als in den ersten acht Monaten des Jahres 2021. Dieser Zuwachs erreicht ein größeres Volumen, als die Verbrauchsteuern (815 Mrd. Forint) insgesamt ausmachen. Wegen der Steuergeschenke vor den Wahlen befindet sich die Einkommensteuer ungeachtet der wachsenden Beschäftigung weiter im Minus: Bei Gesamteinnahmen von 1.620 Mrd. Forint fehlten zum Vorjahreswert noch immer 265 Mrd. Forint. Aus Mobilfunkfrequenzen nahm der Staat 150 Mrd. Forint, aus dem Quotenhandel 95 Mrd. Forint ein.

Die erfolgten EU-Transfers erreichen mit 740 Mrd. Forint zwar kaum ein Drittel der Jahresvorgabe, entwickeln sich aber immer noch günstiger als 2021 – damals flossen bis Ende August gerade mal 610 Mrd. Forint aus Brüssel. Allerdings ging die Regierung wie üblich in Vorleistung und zahlte an Ausschreibungsgewinner insgesamt 2.245 Mrd. Forint aus.

Schulden nehmen dramatisch zu

Die SV-Kassen wandten für Gesundheitsleistungen bis Ende August 1.435 Mrd. Forint auf (Vorjahr: 1.190 Mrd. Forint), die Rentenkassen 3.155 Mrd. Forint und damit ein Fünftel oder 525 Mrd. Forint mehr, als vor Jahresfrist. Bemerkenswert erscheinen die 2.730 Mrd. Forint an Personalausgaben bei Haushaltsorganen, weil dies nur einen Anstieg um 9% verkörpert, obgleich das sechsmonatige sog. „Waffengeld“ für Polizisten und Soldaten darin enthalten ist.

Der Nettoschuldendienst schoss um 350 auf 980 Mrd. Forint in die Höhe. Die Staatsschulden nahmen um 3.545 Mrd. Forint auf 44.240 Mrd. Forint zu. Darunter rührten 1.235 Mrd. Forint aus neuen Devisenschulden her, während allein 885 Mrd. Forint auf das Konto des schwachen Forint gehen. Der Devisenanteil an den Staatsschulden erreichte wieder 24%.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel