Baugewerbe

Schrumpfende Auftragslage

Die Zahl der Aufträge im Baugewerbe ist im Jahresvergleich landesweit um 28% und in Budapest um 15% geschrumpft.

Darüber informierte László Koji, Präsident des Landesverbandes der Bauunternehmer (ÉVOSZ), am Mittwoch in Budapest.

Zugleich signalisierte er, dass seinen Erwartungen nach im II. Halbjahr auch in Budapest das Volumen der Bauaufträge noch deutlicher zurückgehen werde. Die Aufträge sinken in allen Segmenten, dies gilt insbesondere für die Hauptstadt. Er kritisierte das Versäumnis der Hauptstadt, Investitionen durch lokale Steueranreize zu unterstützen. Zudem wird die Bauindustrie dort durch die Höhe der Gebühren für öffentliche Flächen, logistische Schwierigkeiten und relativ teure Zugangsgenehmigungen stark beeinträchtigt.

Koji sagte, wenn es in der zweiten Jahreshälfte keine positiven Entwicklungen auf der Nachfrageseite gibt, plant die Bauindustrie, das Personal landesweit um 5% und in Budapest um 2-3% abzubauen. Im vergangenen Jahr beschäftigte die Bauindustrie 385.000 Mitarbeiter, von denen 38% bei Budapester Unternehmen arbeiteten. In der Hauptstadt sind 26.000 Bauunternehmen registriert. 2022 wurden landesweit 35.000 Genehmigungen und Anmeldungen für Wohnungsbauten erteilt und 20.540 neue Wohnungen gebaut, davon 32% in Budapest (-6% gegenüber 2021). Landesweit könnten bis Jahresende 2023 rund 17.000 Wohnungen fertiggestellt werden, aber die Zahl der neuen Wohnungen in der Hauptstadt wird 5.000 nicht überschreiten. Im I. Quartal wurden in Ungarn gut 3.600 und in der Hauptstadt 1.400 neue Wohnungen gebaut, was einem Rückgang von 20% bzw. 42% zum Vorjahr entspricht. Dieser Trend wird sich im Jahresverlauf fortsetzen, befürchtet Koji.

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