Ex-Finanzminister

Scharf kritisierte Wirtschaftspolitik

Das Coronavirus hat die Wirtschaftspolitik der Orbán-Regierung durchkreuzt, ist Lajos Bokros überzeugt.

Der Ökonom, der 1995 als Finanzminister der sozialistisch-liberalen Horn-Regierung das berüchtigte Sparpaket auflegte, sieht seit 2020 nur noch hektische Abwehrversuche in Reaktion auf eine vertiefte Krise. Im Interview für die Tageszeitung „Népszava“ bezeichnete er die Politik der sinkenden Wohnnebenkosten als eine der schädlichsten Maßnahmen in den zwölf Jahren des Fidesz. Die Verluste infolge der künstlich niedrig gehaltenen Energiepreise fordern nicht nur den Fiskus heraus, sie bedrohen auch die Grundversorgung. Das Ende dieser Politik sei längst überfällig, erst recht nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, der unsere Welt womöglich über Generationen hinweg neu definiert. Bokros kritisierte ebenso das Kreditmoratorium, das gut zur bankenfeindlichen Stimmung der ungarischen Gesellschaft passe, aber vollkommen unsinnig und sogar schädlich sei. Die 13. Monatsrente sei ähnlich sinnlos und überflüssig. Schließlich habe niemand SV-Beiträge für 13 Monatsleistungen im Jahr eingezahlt. Der frühere Minister hätte den Euro schon vor zehn Jahren eingeführt.

3 Antworten auf “Scharf kritisierte Wirtschaftspolitik

  1. Da nennt Bokros einige wichtige Punkte.

    Die neue Regierung wird auch nicht umhinkommen ein Sparpaket aufzulegen.

    Dabei hängt ja noch ein kaum beachtetes Damoklesschwert über Ländern wie Ungarn und Deutschland: Die Forderung Putins, Gas in Rubel zu bezahlen. Dies droht zu einem Lieferstopp zu eskalieren.

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