DUIHK-Kommunikationsdirektor Dirk Wölfer (r.) zeigt Verständnis für die Wirtschaftspolitik der Regierung, hat aber eine andere Sichtweise auf Konfliktfelder. Foto: Screenshot/ 24.hu-Podcast

DUIHK

Rolle der Politik wird überschätzt

Der Kommunikationsdirektor der DUIHK hat eine von der Orbán-Regierung verbreitete These zur Ansiedlung der asiatischen Batteriefabriken dementiert.

Dirk Wölfer sagte dem Podcast des liberalen Nachrichtenportals 24.hu, bei der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) wisse man nicht davon, dass die intensive Ansiedlung von chinesischen und südkoreanischen Batteriezellwerken auf den „ausdrücklichen Wunsch“ der bereits im Lande präsenten deutschen Automobilwerke erfolge. Natürlich sei Kosteneffizienz ein gewichtiger Wettbewerbsfaktor, eine befriedigende geographische Nähe sei aber auch in der Region gegeben, dafür müssten die Batteriewerke nicht zwangsläufig nach Ungarn kommen.

Wölfer meinte zu verschiedenen Konfliktfeldern, die Rolle der Politik werde hierzulande überschätzt, Berlin wolle keine Vermittlerrolle übernehmen, wenn es Streitigkeiten zwischen Investoren und der Orbán-Regierung gibt. Exportorientierte Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes hätten im Übrigen weniger zu bemängeln und seien allgemein zufriedener mit dem Umfeld. Klagen werden an die Kammer eher von Seiten solcher Unternehmen herangetragen, die den ungarischen Markt bedienen. Die DUIHK habe, wie ihr Kommunikationsdirektor betonte, Verständnis für die wirtschaftspolitischen Absichten der Orbán-Regierung, bitte aber in solchen Fällen regelmäßig darum, die Normen des Gemeinschaftsrechts zu wahren. Das gelte nicht zuletzt für den Einzelhandel, wo Wölfer davon ausgeht, dass neben SPAR noch weitere ausländische Unternehmen den Rechtsweg beschreiten könnten.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel