Geothermische Energie
Potenzial für Souveränität nutzen
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Diese Leitsätze ihrer Politik wiederholte Energieminister Csaba Lantos am Montag auf der ersten „Budapest Geothermal Energy Summit“. Europas Abhängigkeit von Energieimporten beläuft sich im Schnitt auf 71%, im Falle Ungarns sogar auf 76%. Um den Importanteil zu senken und die Energiesouveränität zu bewahren, werde eine neue Strategie erarbeitet. Diese wird schon deshalb notwendig, weil der geschätzte Energiebedarf im Zusammenhang mit der forcierten „Reindustrialisierung“ (Batteriefabriken!) bis 2030 von 44 TWh auf 60 TWh steigen könnte. (Bis vor wenigen Wochen lag dieser Zielwert in der Kommunikation des Ministers gar bei 68 TWh.) Bei der Finanzierung des Energieumbaus wolle sich die Regierung auf die Mittel aus dem Wiederaufbaufonds stützen.
Erneuerbare 2030 bei knapp 30%?
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix könnte 2030 bereits bei 27-29% liegen, mit Solarkapazitäten über 10.000 MW. Heute sind einschließlich privater PV-Anlagen 4.750 MW erreicht; im Mai war Ungarn – das gewöhnlich 25-30% seines Strombedarfs importiert – erstmals Nettostromexporteur. Bei Erdöl decke das Land 20% seines Bedarfs aus inländischen Quellen, beim Erdgas könnte die einheimische Gewinnung dank der neu erschlossenen Felder bei Nyékpuszta im Südosten des Landes von 1,5 auf 2 Mrd. m3 im Jahr zunehmen.
TOP 5 in Europa
Beim Potenzial für die Nutzung der geothermischen Energie gehöre Ungarn zur TOP 5 in Europa. Das letzte Jahrzehnt brachte jedoch abgesehen von einer erfolgreichen Konzession nur 4-5 kleinere Projekte pro Jahr. Deshalb änderte das Energieministerium kürzlich die Regulierung, um die Motivation von Investoren zu erhöhen. In den letzten Wochen seien daraufhin bereits 70 Genehmigungsanträge eingegangen. Die Fachleute schätzen, dass sich mit geothermischer Energie bis 2030 gut und gerne 1,5 Mrd. m3 Erdgas pro Jahr ablösen lassen. Ihr Anteil an der Wärmeerzeugung könnte von heute 6% ohne Weiteres auf 20% zunehmen.
