Fotos: DUIHK/ Csilla Ruszthi

DUIHK-Konjunkturumfrage

Politik als negativer Faktor

Die Stimmungslage der deutschen Unternehmen in Ungarn bleibt schlecht.

Die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und die strukturellen Probleme mit der Wettbewerbsfähigkeit sowohl Deutschlands als auch Ungarns wirken sich negativ aus, geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) für den Herbst hervor. Ihr Vizepräsident Achim Weinstock bemühte zu den Umständen das bekannte geflügelte Wort, „wenn Deutschland einen Husten hat, bekommt Ungarn eine Lungenentzündung“. Umso hoffnungsvoller stimmen da neue Prognosen von Instituten wie IFO und ZEW, die der deutschen Wirtschaft nach diesjähriger Stagnation im kommenden Jahr 1-1,5% Wachstum zutrauen.

Tiefpunkt überwunden?

Die ungarische Wirtschaft sehen laut DUIHK-Umfrage nunmehr 16% der Befragten positiv, aber immer noch 43% negativ. Das ist zwar eine leichte Erholung vom Tiefpunkt im I. Halbjahr, aber eine im Saldo immer noch um mehr als 20 Punkte schlechtere Stimmung als vor einem Jahr. Die eigene Geschäftslage bewerten die Unternehmen wie gewohnt günstiger, 26% sehen diese positiv, nur noch 18% negativ. In Sachen Geschäftsprognosen halten sich Optimisten und Pessimisten ungefähr die Waage. Bei den Beschäftigungsplänen stellt sich die Lage der deutschen Unternehmen in Ungarn so schlecht wie seit 2013 nicht mehr dar, bei den Investitionsplänen gab es einen dramatischeren Tiefpunkt nur als Nachwehen der Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2009/10.

Industrie kontra Handel

Die Geschäftslage stellt sich bei Kammermitgliedern ab 250 Beschäftigten markant besser dar, bei den Geschäftserwartungen (und entsprechend den Investitionsplänen) setzen sich Industrie, größere Unternehmen und Exporteure positiv ab. Die größten Risiken für das eigene Unternehmen bleiben laut der Umfrage Nachfrage, Arbeitskosten und Wirtschaftspolitik (hiervon fühlt sich der Handel am schwersten getroffen), die Problematiken der Energiepreise, Wechselkurse und des Fachkräftemangels spielen derzeit eine zweitrangige Rolle.

Die Lohnkosten liegen mit umgerechnet 14,40 Euro pro Stunde in Ungarns Wirtschaft heute bei einem Drittel des deutschen Lohnniveaus. Der erwartete Lohnanstieg im laufenden Jahr ist von 6,8% im I. Halbjahr auf 6,2% im Durchschnitt der aktuellen Umfrage gefallen. Weitere Investitionen machen die Unternehmen in erster Linie von der Entwicklung des Inlandsmarktes (an herausragender Stelle der Handel), aber auch von der Entwicklung der Arbeitskosten und der Exportmärkte (vor allem im verarbeitenden Gewerbe) sowie von der Politik (24% Nennungen!) abhängig.

8 Antworten auf “Politik als negativer Faktor

        1. Sonntagsfrage vom 14.11.25:
          Union 27 %
          AfD 24 %
          Grüne 11 %
          Linke 10 %
          BSW 4,0 %
          FDP 3,5 %
          Sonstige 5,0 %

          30 % sind es schon nicht mehr. Alleine da stehen, das kommt auf die jeweilige Sichtweise an.
          Mit 30 % kann man nicht viel anfangen bei einer Wahl.

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  1. “Weitere Investitionen machen die Unternehmen in erster Linie von der Entwicklung (…) der Politik (24% Nennungen!) abhängig.” Bedeutet das, dass sie einen Regierungswechsel nach der Wahl fürchten, weil der Wirtschaft dann alsbald deutsche Verhältnisse drohen würden? Für Zurückhaltung auf dieser Grundlage hätte ich großes Verständnis.

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  2. Deutschland ist wie der übrige Westen im ideologischen Schwachsinn versunken, außerdem wollen die Multis die Klein- und Mittelbetriebe gerne weg haben. Darum haben die Wirtschafts-Schädiger dort die ganze Macht und treiben gezielt ihr Unwesen.

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