Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Nachhaltigkeit

Palkovics: Gasverbrauch drastisch drosseln

Die Veränderung der Preisdeckelung der Energiekosten wird zu einer deutlichen Veränderung des Gasverbrauchs führen.

Dies erklärte László Palkovics, Minister für Technologie und Industrie, auf der Konferenz „Nachhaltige Welt 2022“ des Wirtschaftsportals Portfolio.hu. Der Minister sprach über die klimatischen Herausforderungen des Karpatenbeckens, die Nachhaltigkeitsziele der Klima- und Energiepolitik der Regierung sowie die Energiewendestrategie des Landes.

Die Energiestrategie wird demnächst von der Regierung verabschiedet und könnte auch neue Formen der Unterstützung mit sich bringen. Im Zusammenhang mit den Energiezielen ist die Reduzierung der Treibhausgase um 55% bis 2030 leicht zu erreichen, das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 wird jedoch schwieriger sein, betonte Palkovics. Um dies zu erreichen, seien entsprechende Technologien erforderlich. Ungarn hat momentan 9+1 Technologieplattformen, von denen sich viele mit Energie, Klima und Umwelt befassen; die jüngste ist die Einrichtung der Technologieplattform für Kreislaufwirtschaft.

Bei KPMG an 13. Stelle

In Bezug auf die künftigen Herausforderungen betonte er, dass sich die Niederschlagsmuster ändern, die Durchschnittstemperaturen steigen und neue Krankheitserreger auftauchen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Herausforderungen in verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Gesundheit zu formulieren. Die technologischen Richtungen für die nächsten Jahre in Ungarn werden von der Klima- und Meteorologie-Plattform, Industrie 4.0, der 5G-Koalition, der KI-Koalition, der Plattform für autonome Maschinen bzw. der Drohnen-Koalition vorgegeben.

Ungarn schneide im internationalen Vergleich hinsichtlich des Klimaschutzes relativ gut ab. Der Minister wies darauf hin, dass die jüngste globale Studie von KPMG 32 Länder auf der Grundlage von 103 Indikatoren untersuchte und das Land bei den Maßnahmen zur Verringerung der Kohlendioxidemissionen an 13. Stelle rangiert. Ungarn hat seine Kohlendioxidemissionen seit 1990 um 34% verringert, wobei die Dekarbonisierung des Energiesektors eine entscheidende Rolle spielte. Ungarn war das erste Land in Europa, das sich Emissionsreduktionsziele für 2050 setzte; Dokumente wie die nationale Wasserstoffstrategie und die nationale Strategie für die Batterieindustrie werden ständig überprüft.

Drei strategische Ziele

Palkovics sprach auch über die prekäre Lage des Landes, da 35-40% des Endenergieverbrauchs auf Erdgas basieren. Der Ukraine-Krieg habe die Energie- und Versorgungssicherheit in den Vordergrund gerückt, und Ungarns Ziel ist es, die Abhängigkeit von russischen Energieimporten zu verringern und letztendlich unabhängig zu werden. Der Minister nannte drei strategische Ziele: die Verringerung des Erdgasbedarfs im Energiemix, die Erhöhung des Anteils alternativer Energiequellen (Biomasse, Biogas, Wasserstoff) und die Deckung des wachsenden Strombedarfs. Er sagte, dass ein umfassendes Maßnahmenpaket den Gasverbrauch bis 2030 deutlich reduzieren könnte, allerdings nur parallel zu einer deutlichen Elektrifizierung. Der Plan sieht Investitionen in Höhe von 16 Mrd. Euro vor, von denen ein großer Teil in die Umgestaltung des Stromnetzes fließen soll. Die Einzelheiten werden derzeit noch ausgearbeitet.

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