Staatshaushalt
Nur langsame Erholung
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Wie das Zentralamt für Statistik (KSH) am Mittwoch mitteilte, kamen im III. Quartal 700 Mrd. Forint an Neuschulden hinzu. In diesem Zeitraum stiegen die Einnahmen des Fiskus um 860 Mrd. Forint oder 12,5%, während die Ausgaben um verhaltenere 600 Mrd. Forint oder 7,5% zulegten. Nach neun Monaten summieren sich die Einnahmen auf etwas mehr als 23.000 Mrd. Forint (60 Mrd. Euro).
Der katastrophale Start ins Jahr 2023 führte dazu, dass im I. Halbjahr zeitproportional ein Haushaltsdefizit von 6,3% am BIP zusammenkam. Im Herbst konnte die Haushaltslage demnach vorsichtig konsolidiert werden, denn die Neuverschuldung sank um ungefähr einen Prozentpunkt. Dennoch stellt sich die Entwicklung bis Ende September weiterhin markant schlechter dar, als im identischen Vorjahreszeitraum: In absoluten Zahlen nahm die Schräglage um gut 1.350 Mrd. Forint zu, anteilig am erwirtschafteten BIP um gut zwei Punkte.
Die Gesamteinnahmen des Fiskus erhöhten sich im Jahresvergleich im Zeitraum Januar-September um rund 2.450 Mrd. Forint (+12%), darunter besonders intensiv die Einnahmen aus der Einkommensteuer (+19,5%), aus Sondersteuern und Gewerbesteuer. Die SV-Kassen nahmen 700 Mrd. Forint zusätzlich ein (+15%). Die Ausgaben nahmen zur gleichen Zeit jedoch um knapp 3.850 Mrd. Forint (+17,5%) zu. Besonders dynamisch stiegen die Zahlungen der Rentenkassen (+22,5%), im Volumen aber noch imposanter, um 1.050 Mrd. Forint, die „Sonstigen Ausgaben“ der öffentlichen Hand. Tragisch in Zeiten klammer Kassen ist, dass sich die Aufwendungen für den Schuldendienst auf 2.470 Mrd. Forint glattweg verdoppelten. Dass der Staat ein Zehntel seines Investitionsbudgets zurückhielt, konnte davon keine 200 Mrd. Forint kompensieren.
