Minister zu Inflationsziel
Nur eine Provokation?
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In einem Gastbeitrag für die regierungsnahe Tageszeitung „Magyar Nemzet“ schrieb Nagy, es wäre angebracht, das Inflationsziel anzuheben. Das aktuelle Zielband von 2-4% diene nämlich nicht den Interessen der ungarischen Wirtschaft. Ein höheres Inflationsziel könnte zu einem sinkenden Niveau der Realzinsen beitragen. Damit will der Wirtschaftsminister das Kreditgeschäft ankurbeln und letzten Endes zu Investitionen anregen, um Wachstum zu generieren. Ausgehend von historischen Erfahrungen äußerte er die Befürchtung, nach vermehrten Schocks wie Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg würde die Inflation mittelfristig auf einem höheren Niveau verharren. Das werfe die Frage auf, welche Opfer gerechtfertigt seien, um ein Ziel zu erreichen, das gar nicht erreicht werden kann.
MNB lehnt jeden Kommentar ab
Das Wirtschaftsportal portfolio.hu fragte bei der Ungarischen Nationalbank (MNB) an, ob es Konsultationen mit der Regierung zu dieser Frage gebe bzw. wenn ja, wann eine Entscheidung zu erwarten sei und wie deutlich das Inflationsziel korrigiert würde. Die MNB lehnte jeden Kommentar zu den Äußerungen des Wirtschaftsministers ab. portfolio.hu bezeichnete den Vorstoß von Nagy als provokativ, der damit eindeutig das Signal aussende, die Preisstabilität gehöre nicht zu den Prioritäten der Wirtschaftspolitik. Die Märkte reagierten mit einem leichteren Forint.
