Wirtschaftsminister Márton Nagy – hier bei einer Ankündigung im Dezember – ist bereit, das Budgetdefizit auf 3% zu senken, aber nicht auf einen Schlag. Foto: MTI/ Márton Mónus

Wirtschaftspolitik

Niemand will mehr Inflation

Wirtschaftsminister Márton Nagy hat das relativ hohe Budgetdefizit und seine Position als Anhänger der „Hochdruck-Wirtschaft“ verteidigt .

Im Info-Radio räumte der Minister ein, ein Defizit um 6% (wie es 2023 eingetreten ist) sei in der Tat hoch, aber zu Zeiten einer leichten Rezession vertretbar. „Hätten wir an den ursprünglich geplanten 3,9% festgehalten, wäre die Wirtschaftsleistung womöglich um 3% geschrumpft“, erläuterte er den Zusammenhang. „Wenn wir Wachstum generieren, muss das Defizit automatisch sinken“, die Debatte unter Ökonomen drehe sich ausschließlich darum, wie schnell Ungarn das Maastricht-Kriterium von 3% erreichen soll. Nagy vertritt die Schule, über Wachstum die Haushaltspolitik in Ordnung zu bringen – die Stabilisierung dürfe aber keine brutalen Opfer fordern. Die Regierung werde auch weiterhin eine aktive Wirtschaftspolitik betreiben, „aber niemand will die Inflation ankurbeln oder das Defizit erhöhen“.

Natürlich habe die Regierung weitere Aufgaben zu erfüllen, aber sie geht bereits daran, die Sondersteuern zu senken bzw. abzuschaffen. Im April endet auch der Zinsstopp für Firmenkunden. Ungarn müsse 2024/25 jeweils um 3-4% und mittelfristig weiter in diesem Tempo wachsen, um die Konvergenz garantieren zu können. Der Wirtschaftsminister favorisiert die sog. High-pressure economy (Hochdruck-Wirtschaft), um das Wachstumspotenzial des Landes noch anzuheben. Staatliche Zuschüsse und vergünstigte Kredite helfen, ohne die Wirtschaft zu überhitzen. Dynamische Lohnerhöhungen führen nach seiner Ansicht deshalb nicht zu Inflation, weil die Unternehmen diese nicht über Preiserhöhungen herauswirtschaften, sondern über Effizienzsteigerungen.

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