Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung der Erwerbslosenquote seit 2019 und im Kreisdiagramm die aktuelle Beschäftigtenzahl (in Tsd. Personen).

Arbeitsmarkt + Löhne

Netto bleibt vielen nun mehr

Die offizielle Lohndynamik hat im Januar erwartungsgemäß zugenommen.

Laut Zentralamt für Statistik (KSH) erreichten die Bruttolöhne der Vollzeitbeschäftigten auf Volkswirtschaftsebene 467.000 Forint im Monat, wovon netto knapp 311.000 Forint verblieben. Entscheidenden Einfluss darauf nahm die Anhebung des Mindestlohns um 20%.

Das sind bereits 13,7% mehr, als noch Anfang 2021 gezahlt wurden. Infolge verschiedener neuartiger Vergünstigungen auf Steuern und Abgaben (darunter der allgemeinen Befreiung von der Einkommensteuer unter 25 Jahren) legten die Nettobezüge bereinigt sogar um nahezu 15% auf 322.000 Forint zu. Bei den Bruttolöhnen liegt wegen der Hochschulreform nunmehr der Nonprofitsektor vorne (mit durchschnittlich 480.000 Forint brutto), dicht gefolgt von der Wettbewerbssphäre (475.000 Forint) und dem öffentlichen Dienst (435.000 Forint). Die monatlichen Bruttobezüge von Männern sind bei 510.000 Forint, von Frauen bei 425.000 Forint angelangt. Physische Arbeit wurde in Ungarn zu Jahresbeginn im Schnitt mit 340.000 Forint, geistige Arbeit mit 595.000 Forint vergütet. Der realistischere Medianlohn stieg laut KSH um 13% auf brutto 375.000 Forint. Die schwungvolle Dynamik beim Anstieg der Reallöhne vom Herbst fand ein abruptes Ende. Im Januar kletterten die Verbraucherpreise bereits um 7,9%, woraufhin sich der reale Anstieg der Löhne auf 5,4% beschränkte.

Einhunderttausend Beschäftigte über dem Vorjahr

Derweil hat sich der Arbeitsmarkt auf hohem Niveau stabilisiert. Für den Zeitraum Dezember-Februar setzte das KSH die Beschäftigtenzahl auf 4,675 Mio. Personen an. Das sind gut 100.000 Beschäftigte mehr als zur Jahreswende 2020/21 gemessen. Dabei nahm die Zahl der Beschäftigten auf Auslandsentsendung wieder um 10.000 auf knapp 90.000 zu. Bei den ABM-Kräften vollzog sich derweil ein kräftiger Abgang (-15.000 Beschäftigte), so dass nun weniger als 80.000 Menschen auf dem ungarischen Arbeitsmarkt unter dem Mindestlohn bezahlt werden – aktuell erhalten diese Beschäftigten netto 65.000 Forint im Monat.

Die Erwerbslosenquote stagnierte bei 3,8% und rangiert um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. In den jüngsten Monaten fanden besonders Frauen und Berufsanfänger besser einen Job. Bei Letzteren ist die Quote um über zwei Punkte auf 11,4% gesunken. Die Arbeitsämter registrierten Ende Februar 252.000 Menschen auf Arbeitssuche, ein Sechstel weniger als vor einem Jahr.

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