Energieamt

Mittelfristig keine Alternative zu russischem Erdgas

Ungarn sei zwar auf kurzfristige Störungen der Erdgasversorgung vorbereitet.

Gleichwohl gebe es kurz- und mittelfristig keine Alternative zu russischem Erdgas, erklärte János Péter Horváth, Präsident des Ungarischen Energieamtes (MEKH), am Donnerstag auf der 32. Internationalen Öl- und Gasindustriekonferenz in Eger.

Bei der Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung sprach er davon, dass für alle mittelosteuropäischen Länder ohne Meereszugang die Dominanz von russischem Gas charakteristisch sei. Gleichwohl betonte er, dass Ungarn seit der Gas-Krise 2009 alles zur Senkung der Risiken der Versorgungssicherheit getan habe, u.a. mit der Schaffung der erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen, den in den letzten zehn Jahren gebauten grenzüberschreitenden Pipelines, langfristigen Lieferverträgen, den für europäische Verhältnisse hohen strategischen Gasreserven sowie dem Ausbau der Gasförderung in Ungarn.

Sanktionen führen zu Preistreiberei

Als Europas Primärenergielieferant Nummer eins produziert Russland mehr als 40% des Erdgases und mehr als ein Viertel des Erdöls der EU. Russland habe sich in den vergangenen Jahrzehnten als zuverlässiger Geschäftspartner erwiesen, aber der Krieg und die Aussicht auf Sanktionen, von denen einige von der EU verhängt worden seien, hätten eine neue und kontroverse Situation geschaffen. So hätten Sanktionen zu einem Anstieg der Einnahmen Russlands geführt, und zwar gerade wegen der rekordverdächtig gestiegenen Gaspreise nach dem Ausbruch des Krieges.

Die Tatsache, dass die europäischen Gasspeicher, die Gazprom in der Vorkriegszeit besaß, nicht gefüllt werden konnten, hatte ebenfalls eine preistreibende Wirkung. Der Plan der Europäischen Kommission, die völlige Abhängigkeit von russischem Erdgas bis 2030 zu beenden, sei zwar ehrgeizig, aber zu optimistisch, da er das realistische Volumen alternativer Energiequellen und die Auswirkungen machbarer Maßnahmen überschätzt, betonte Horváth.

5 Antworten auf “Mittelfristig keine Alternative zu russischem Erdgas

  1. Was die freie Marktwirtschaft auszeichnet, ist ihre Fähigkeit zu schneller Anpassung.

    Wenn Gas und Öl teurer werden, dann werden Alternativen konkurrenzfähiger und verstärkt darin investiert.

    Meldungen der letzten 3 Tage:

    “RWE baut Testanlage zur Wasserstoff-Produktion”

    “Wintershall plant Großprojekt zur Wasserstoff-Produktion in Wilhelmshaven”

    “Vision in Bendorf: Aufbau einer Wasserstoff-Produktion”

    “Wasserstoffgewinnung aus erneuerbaren Quellen in Košice geplant”

    etc.

    Und schon vor einem Monat:

    “Eon will grünen Wasserstoff aus Australien vermarkten.”

    1. Wenn man gewaltiges Kapital hat, kann die Marktwirtschaft der Renner sein.
      1990 führten die Länder des ehem. Warschauer Paktes die Marktwirtschaft ein und unzählige Menschen verschwanden in der Armut für lange Zeit, obwohl diese irgendwann zu Bewohnern der EU wurden. Es dauerte 3 Jahrzehnte bis zur heutigen Situation, in der der Staat Infrastruktur und Gebäude auf ein annehmbares Niveau heben konnte. Die Folgen des linken sowjetischen Experiments sind noch heute nicht überwunden. Für Ungarn ist der Bruttodurchnittslohn bei 5 €, vergleichbar mit Kroatien oder Polen. In Tschechien ist man ein bisschen weiter. In Budapest kriegt man mit etwas Glück 8 €.
      Und Sie reden hier pausenlos von Wasserstoff-Technologie, die Unmengen Geld verschlingt und viele Jahre kostet. Die ung. Regierung muss erst einmal dafür sorgen, dass das Bildungssystem ordentlich finanziert wird.
      Das Embargo würde nicht nur Ungarn extrem hart treffen, sondern viele andere EU-Staaten. Ungarn wird 100% blockieren.

      1. Ungarn erhält reichlich EU-Milliarden.
        Es fließen Milliarden an Investitionen nach Ungarn.

        Anstatt dem staatlichen Kontrollwahn zu erliegen und z.B. Unternehmen verstaatlichen zu wollen, sollte die ungarische Regierung lieber den Kräften der sozialen Marktwirtschaft vertrauen.

        Aber Korruption hebelt eben leider die soziale Marktwirtschaft aus.
        Gerade, wer über Armut und niedrigen Durchschnittslohn jammert, sollte alles dafür tun, um Korruption zu bekämpfen und die Hinweise und Vorschläge von EU und NGOs jubelnd begrüßen. 😉
        In Ungarn ist seit 12 Jahren jedoch das Gegenteil der Fall.

        1. Seit 12 Jahren. Aha, ohne die korrupten, desaströsen MSZP-SZDSZ Jahre, meinen Sie.
          Fake sind ihre Sätze. Also Ingenieur weiß ich von der Metro M4 reichlich.
          Es könnte sein, dass Ungarn bald nicht mehr einzahlt, wenn es nix rausbekommt. Schließlich sind Jahrzehnte unter dem Sozialismus verlorene Zeit.
          Lesen Sie den aktuellen OLAF-Bericht. Frau Sargentini ist schon lange überführt. Die EU-Milliarden fließen zum nicht geringen Teil wieder zurück in die westlichen Staaten bzw. ihre Unterhemen. Brüssel selber ist ein Ort der Vetternwirtschaft und des Lobbyismus. Ungarn hat das erkannt. Zum Glück gibt es heute starke ungarische Unternehmen, insbesondere im wichtigen Baubereich um Strabag und co Paroli bieten können.

          1. Es gibt nun einmal 2 Arten, mit den Hinweisen, Kritikpunkten und Vorschlägen der EU und NGOs umzugehen:
            Eine Regierung kann diese konstruktiv nutzen und verwenden, um der Korruption zu begegnen, oder eine Regierung kann darauf so reagieren wie Fidesz und Orban.

            Vor allem wehren sich zurecht Beschuldigte immer dadurch, dass sie auf andere zeigen und ihre eigene Schuld dadurch zu entschuldigen versuchen, indem sie behaupten, andere wären noch schlimmer.
            Ach ja – und dann bedienen sie sich auch noch fast schon unerträglichem Selbstlob.

            Beispiel Baugewerbe:
            “… 26% weniger als ein Jahr zuvor. ”

            https://www.budapester.hu/wirtschaft/mehr-baugenehmigungen-weniger-wohnungsuebergaben/

            Und wie die neuen Werke von Mercedes und BMW, die Know-How, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum zurück nach Deutschland fließen sollen, müssen Sie, Herr Mókus, mir auch erstmal erklären.
            Die Firmen investieren eben auch deshalb in Ungarn, weil EU-Milliarden nach Ungarn fließen.

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