Automobilindustrie
MAGE: 2023 brachte einen Wendepunkt
Diese Zahlen nannte Róbert Krisztián, Vorsitzender des Branchenverbandes MAGE und Vizepräsident der Magyar Suzuki Zrt. Das Jahr 2023 brachte einen Wendepunkt, denn ab dem Frühjahr bekamen die Wirtschaftsakteure die Probleme der Lieferketten in den Griff und können ihre Kapazitäten nun wieder vollständig auslasten. Daraufhin konnten die drei Automobilwerke ihre Produktion um 52.000 Einheiten gegenüber 2022 steigern. Bei Magyar Suzuki liefen mit mehr als 160.000 Einheiten sogar ein Viertel mehr Fahrzeuge vom Band. Krisztián verwies auf zunehmend strengere EU-Vorgaben, die 2025 bereits einen Fertigungsanteil der Elektroautos von 20-25% vorschreiben. Andernfalls drohen den Automobilherstellern immense Strafen. Laut MAGE könnten sich die Preise der Stromer irgendwann zwischen 2030 und 2035 an jene der Autos mit Verbrennungsmotor angleichen.
Audi sieht ganze Reihe an Risiken
Audi Hungaria-Vorstand Zoltán Les sprach ebenfalls von einem schweren Jahr, ungeachtet der 178.000 produzierten Autos und auf 9,1 Mrd. Euro hochgeschraubten Umsatzerlöse. Aber auch 2024 werde nicht leichter. Obgleich der Anteil an Elektroautos am Markt Jahr für Jahr zunimmt, sieht der Topmanager Qualität und Geschwindigkeit des Übergangs zur Elektromobilität doch kritisch. Die chinesische Konkurrenz, der Einfluss geopolitischer Spannungen auf die Grundstoffversorgung und der Preiskampf seien akute Herausforderungen.
Der größte Trumpf von Mercedes
Der CEO der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft., Jens Bühler, hob die Bedeutung des Standorts Kecskemét im Ökosystem der Marke hervor. Das seit anderthalb Jahrzehnten in Ungarn angesiedelte Mercedes-Werk erreichte 2021 die Marke von 1,5 Mio. Fahrzeugen; im vergangenen Jahr fertigten 4.500 Mitarbeiter in drei Schichten bereits 174.000 Pkw. Die Neuinvestition von 1 Mrd. Euro komme gut voran, die Zukunft des Standorts sei gesichert, wo ziemlich einzigartig Autos mit herkömmlichen und alternativen Antriebssträngen parallel gebaut werden. Der Werksdirektor sieht den größten Trumpf jedoch in dem Mitarbeiterteam, das deutsche Präzision mit ungarischer Leidenschaft verbinde. Agilität, Fleiß und ein lösungsorientiertes Denken hätten zur Umsetzung von mehr als 5.000 Innovationen und Ideen geführt.
