Notenbank-Vize
Leitzins steigt weiter markant
Das sagte MNB-Vize Barnabás Virág vor dem Wochenende am Rande einer Wirtschaftskonferenz. Er erklärte aber auch, das Gremium prüfe bereits, wann der Zyklus der geldpolitischen Straffung beendet werden kann. Die Inflationskurve zeige hierzulande noch bis zum Jahresende nach oben, nähere sich jedoch dem Scheitelpunkt. Neben der Geldpolitik sorgten amtliche Preisvorgaben und die Dürre für fortgesetzte Preissprünge. Ab September werden sich aber schrittweise die nachfrageabhängigen Faktoren durchsetzen und eine Bremswirkung entfalten.
Ausgehend von den Lehren der 1970er Jahre wolle die MNB auch auf lange Sicht eine „sehr strenge“ Geldpolitik verfolgen, um ein Verankern der Inflationserwartungen auf hohem Niveau zu verhindern. In diesem Sinne greifen ab Oktober die im Sommer auf den Weg gebrachten Instrumente zur Einengung der Liquidität. Der Anstieg der langfristigen Anleiheerträge um gut 3 Prozentpunkte werde diesem Ansinnen gerecht. Die Chancen stünden gut, dass die Liquidität im Finanzsektor „mindestens“ halbiert werde.

Einfach ausgedrückt:
Die Zentralbank bremst die wirtschaftliche Entwicklung, um die Nachfrage zu senken, was dann zu sinkenden Preisen führen sollte.
Beispiel:
Sind die Zinsen hoch, können weniger Menschen einen Hausbau finanzieren, was zu einem Rückgang der Aufträge bei den Baufirmen führt. Diese senken dann die Preise, um den Auftragsrückgang zu bremsen.