Ungarische Nationalbank
Längste stabile Zinsperiode
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Damit bleibt der Leitzins seit elf Monaten unverändert, was die längste stabile Zinsperiode der letzten fünf Jahre darstellt. Ein Rekordzeitraum in Sachen Stabilität ging im Juni 2020 zu Ende, nachdem der Leitzins von 0,9 % sogar knapp über vier Jahre lang unverändert geblieben war.
Verankerung der Inflationserwartungen
Nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung erklärte Notenbankpräsident Mihály Varga auf einer Online-Pressekonferenz, dass ein vorsichtiger geldpolitischer Ansatz weiterhin angebracht sei. Dessen zwei Hauptelemente seien die Aufrechterhaltung der Finanzmarktstabilität und die Verankerung der Inflationserwartungen. Die vorausschauende Ausrichtung des geldpolitischen Rates hat sich nicht geändert. Durch die Gewährleistung positiver Realzinsen trägt die MNB dazu bei, die Inflationserwartungen zu stabilisieren und das Inflationsziel nachhaltig zu erreichen.
Verhaltene Konjunktur
Die heimische Konjunktur blieb auch im zweiten Quartal 2025 verhalten. Im Jahresvergleich legte das BIP lediglich um 0,1 % zu. Während die Dienstleistungen das BIP positiv beeinflussten, bremsten Industrie und Landwirtschaft es aus. Neben einem stabilen Anstieg des privaten Konsums ist ein anhaltender Rückgang der Investitionen zu verzeichnen. Die unsichere Weltmarktlage führt allgemein zu einem Rückgang der Exporte von Industriegütern. Die Leistung der ungarischen Wirtschaft wird durch die Schwäche der deutschen Wirtschaft negativ beeinflusst .
Schlechte Nachrichten von der Inflationsfront
Die grundlegenden Inflationsprozesse liegen über dem Zielwert der Notenbank von 2-4%. Die Notenbank sieht in mehreren Bereichen starke Preisverschiebungen. Die Inflationserwartungen der Privathaushalte sind nach wie vor hoch. Diese stehen weder im Einklang mit dem Ziel der MNB noch mit der aktuellen Inflationsrate.
Im Juli 2025 sank die Inflation auf 4,3 %, die Kerninflation ging auf 4,0 % zurück. Während die behördlichen und freiwilligen Maßnahmen zur Preisbegrenzung einen erheblichen inflationsdämpfenden Effekt hatten, sind außerhalb dieses Kreises weiterhin starke Preiserhöhungen seitens der Unternehmen zu beobachten.
Laut der Prognose der MNB wird die Inflation auch im weiteren Verlauf des Jahres über der Toleranzspanne liegen, sich Anfang 2026 dauerhaft auf das Niveau der Toleranzspanne abschwächen und Anfang 2027 das Inflationsziel von 3 % erreichen. Angesichts des lebhaften Konsums, der schwankenden Rohstoffpreise und der starken Lohndynamik könne Preisstabilität nur durch strenge geldpolitische Konditionen nachhaltig erreicht werden.
