Zinssenkungen

Kurz mal ein höheres Tempo

Der Währungsrat der Notenbank hat am Dienstag den Leitzins um deutlichere 100 Basispunkte auf 9% gesenkt.

Diese Entscheidung hatte sich angebahnt, da die dramatisch sinkende Inflation den rückwirkenden Realzins zur Jahreswende auf über 5% hochschnellen ließ. Im Januar war die Inflationsrate vom vorjährigen Rekordhoch bei 25,7% binnen eines Jahres auf 3,8% abgesackt. Ab dem Herbst 2023 hatte die Ungarische Nationalbank (MNB) den Leitzins, der seit der Währungskrise von Ende 2022 bei 13% stand, in insgesamt vier Schritten von jeweils 75 Basispunkten bis auf 10% gesenkt. Die Wirtschaftspolitik drängt die Notenbank seit Monaten, das Tempo der Zinssenkungen zu beschleunigen, weil das hohe Zinsniveau die Wirtschaft über Gebühr abwürge. Tatsächlich setzte sich die Erholung aus dem III. Quartal am Jahresende überraschend nicht mehr fort, der Konjunkturmotor kam gleich wieder zum Stillstand.

Die MNB betrachtet weiterhin jenes Szenario als realistisch, das mit einem Leitzins um 6-7% zur Jahresmitte rechnet. Der im März erscheinende Inflationsbericht wird maßgeblich für das Tempo der Zinssenkungen in den kommenden Monaten sein. MNB-Vizepräsident Barnabás Virág wiederholte dazu am Dienstag seinen Warnhinweis, das Tempo der Zinsschnitte wurde nur „vorübergehend“ auf 100 Basispunkte erhöht.

Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Leitzins seit Mitte 2020 (in %).

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