Umsatzsteuerbetrug
Kriminelles Netzwerk im Mobilfunkhandel
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Die Finanzermittler der Nationalen Steuer- und Zollbehörde (NAV) führten zeitgleich Razzien an 24 Standorten durch. Sie zerschlugen dabei ein Netzwerk, das die Abführung der Umsatzsteuer (ÁFA) für den Verkauf von Mobiltelefonen aus dem EU-Binnenmarkt durch eine komplexe Rechnungsstellungskette umging.
Das Firmennetzwerk reduzierte seine Steuerpflicht durch fiktive Rechnungen unter Einbeziehung sog. Missing-Trader-Unternehmen. Zu den Tätern gehörten Strohmänner, die einzelne Unternehmen leiteten und die Bankgeschäfte abwickelten, während andere fiktive Rechnungen ausstellten oder administrative Tätigkeiten ausübten. Die Ermittler nahmen einen Mann fest, der vermutlich die kriminelle Vereinigung von seiner luxuriösen Villa in Buda aus leitete.
Bei der Durchsuchung der Villa beschlagnahmten sie Dokumente, die diplomatischen Pässen ähnelten und Kennzeichen des Fürstentums Seborga sowie der Republik Guinea-Bissau trugen. Zudem wurden CD-Aufkleber und ein Mercedes mit einem speziellen Kennzeichen sichergestellt. Im Rahmen des Verfahrens beschlagnahmten die Behörden drei Immobilien mit einem geschätzten Gesamtwert von 460 Mio. Euro. Zusätzlich wurden Fahrzeuge im Wert von 125 Mio. Forint sichergestellt – darunter Luxusautos, ein Wohnmobil und ein Jetski.
