Dekarbonisierung lohnt, und stabilere Netze erhöhen die Versorgungssicherheit. Foto: MEKH

Energiebelange

Krieg sorgt für Motivation

In der Energiekrise steigt der Bedarf nach Versorgungssicherheit.

Die Ziele der Dekarbonisierung zu verfolgen biete gute Chancen, die Energieunabhängigkeit zu steigern, sagte Péter János Horváth am Mittwoch auf einer Fachkonferenz.

Vor Ausbruch der Krise setzte sich die EU im Zeichen der Nachhaltigkeit immer ehrgeizigere Klimaziele. Ungarn wollte so nach den Worten des Präsidenten des Energieamtes (MEKH) einen Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoenergieverbrauch von 21% bis 2030 erreichen, bei einem Endverbrauch von nicht mehr als 785 PJ. Die eigene Energieerzeugung sollte zu 90% klimaneutral erfolgen, Solaranlagen sollten eine eingebaute Kapazität von insgesamt 6.500 MW aufweisen.

Den Anteil von 13% an erneuerbaren Energien in 2020 hat Ungarn (mit 14%) erreicht, und 2021 wurden bereits knapp zwei Drittel des Stroms klimaneutral erzeugt, darunter 19,5% aus erneuerbaren Energien. In den PV-Anlagen wird die bis 2030 angestrebte Kapazität voraussichtlich schon 2024 erreicht.

Der Ukraine-Krieg legte die Abhängigkeit vom russischen Erdgas schonungslos offen. Heute steht nicht mehr Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Überlegungen, sondern Preise und Versorgungssicherheit. Letztere wird durch die Energiesanktionen und den Verzicht auf russische fossile Energieträger schon kurzfristig gefährdet. Horváth sieht in dieser Lage die beste Motivation, die Dekarbonisierung fortzusetzen und zu beschleunigen. Investitionen in grüne Energien und stabilere Netze verteuern zwar auf kurze Sicht die Energie, helfen aber auf lange Sicht, Preisschocks infolge einer Öl- oder Gas-Krise besser zu widerstehen.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel