Staatssekretär Attila Steiner beim probehalben Betanken eines Wasserstoffbusses der Wuppertaler Verkehrsbetriebe. Foto: LinkedIn/ Attila Steiner

Deutsch-ungarischer Wirtschaftsdialog Wasserstoff

Konferenz in Berlin geplant

„Diese Woche habe ich die Woche des Wasserstoffs“, scherzte Attila Steiner bei seiner Ankunft in Deutschland.

Wasserstoff prägt derzeit viele politische und wirtschaftliche Agenden in Ungarn und Deutschland, so auch beim Staatssekretär für Kreislaufwirtschaft, Energie- und Klimapolitik im Ministerium für Innovation und Technologie.

Mit Müll mobil

Steiner besuchte das Ruhrgebiet und informierte sich über verschiedene Wasserstoffprojekte in Nordrhein-Westfalen (NRW). Auf dem Programm stand der Besuch einer Müllverbrennungsanlage in Wuppertal, in der ein Teil des erzeugten Stroms in Wasserstoff umgewandelt wird. Mit diesem Projekt fördert NRW die Wasserstoff-Modellregion Rheinland und macht sogar mit Müll mobil: Der gewonnene Wasserstoff wird nämlich auch für den Antrieb von Bussen im ÖPNV sowie von Müllfahrzeugen genutzt.

Eine weitere Station war der Besuch bei Thyssenkrupp Nucera und dem Projekt Carbon2Chem in Duisburg, wo sich die ungarische Delegation über den Forschungs- und Entwicklungsstand informierte.

Multilaterale Zusammenarbeit ist extrem wichtig

Im Anschluss begrüßten Dr. Marie-Theres Thiell und Maren Schoening, Geschäftsführende Gesellschafter von DialogUngarn, Steiner bei der Veranstaltung „Deutsch-ungarischer Wirtschaftsdialog Wasserstoff“. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit zum Austausch mit Katherina Reiche, Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrats der Bundesregierung.

Katherina Reiche stellte dabei die deutsche Wasserstoffstrategie vor, die sie als Bauskizze bezeichnete. Der Nationale Wasserstoffrat verstehe sich als Mittler zwischen den Akteuren der Wasserstoffszene, aber auch als Mahner und Antreiber. „Der bilaterale Austausch, wie er heute bei dem Wasserstoffdialog praktiziert wird, und die multilaterale Zusammenarbeit ist für die Entwicklung dieser Technologie extrem wichtig“, so Reiche. Sie betonte aber auch, dass der neue Wirtschafts- und Energieminister, Robert Habeck, angekündigt habe, dass die deutsche Wasserstoffstrategie überarbeitet und die Mengen deutlich nach oben korrigiert würden.

Die vier Säulen der ungarischen Strategie

Attila Steiner erläuterte wiederum die ungarische Strategie der vier Säulen mit der Erzeugung größerer Mengen von kohlenstoffarmem Wasserstoff, der Dekarbonisierung durch industrielle Nutzung des Wasserstoffs, der Schaffung einer grünen Mobilität sowie dem Ausbau einer Wasserstoffinfrastruktur.

Die Runde wurde komplettiert durch Barbara Zollmann, geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer in Budapest, die die Entwicklungen aus Sicht der Unternehmen beleuchtete, sowie Uwe Kerkmann, Geschäftsführer der H2UB GmbH, einer vom Land NRW geförderten europaweiten Plattform für Wasserstoff Start-ups. Kerkmann betonte die Wichtigkeit des Austauschs sowie der europäischen Vernetzung. Er lud ungarische Unternehmen zur Mitwirkung in dem HUB ein.

Die Reise nach Deutschland bildete den Abschluss einer Wasserstoffwoche von Steiner, der in dieser Woche zugleich mit den Energieministern der V4-Gruppe plus Deutschland und Österreich eine Vereinbarung zur Förderung der Wasserstoff-Innovationen unterzeichnet und den ersten wasserstoffbetriebenen Bus für den ÖPNV vorgestellt hatte.

„DialogUngarn wird wegen der großen Resonanz dieses Format kurzfristig fortsetzen und nach Vorlage der überarbeiteten deutschen Strategie eine Konferenz in Berlin organisieren“, kündigte Dr. Marie-Theres Thiell an.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel