Finanzminister
Kein Interesse an schwachem Forint
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Das Defizitziel von 3,9% am BIP sieht Finanzminister Mihály Varga nicht wirklich gefährdet, wie er im Interview für die Nachrichtenagentur Reuters versicherte. Die nächste Überprüfung des Haushalts wird im September geschehen. Unter weiteren Makrodaten nannte Varga eine Inflation von voraussichtlich 7-8% für den Monat Dezember. Die Regierung beabsichtige einen Eingriff ins Notenbankgesetz, um der MNB zu ermöglichen, notfalls auch über mehrere Jahre mit negativem Kapital zu arbeiten. Damit werde der Staatshaushalt 2024 entlastet, wenn der Fiskus für einen Teil der von der MNB angehäuften Verluste hätte aufkommen müssen. Der Finanzminister bestätigte Vermutungen hinsichtlich eines wirtschaftspolitischen Kurswechsels, als er sagte: „Die Strategie eines schwachen Forint zur Belebung des Exportgeschäfts gehört der Vergangenheit an.“ Nicht der Wechselkurs an sich sei wichtig, sondern ein stabiler Forint, damit die Wirtschaftsakteure vernünftig planen können.

Nächste Woche wird der Währungsrat der Ungarischen Nationalbank eine Sitzung abhalten, um über den Zinssatz für eintägige Schnelleinlagen zu entscheiden. Darüber hinaus wird das ungarische Statistische Zentralamt Beschäftigungsdaten für Juni und die Entwicklung des Durchschnittseinkommens im Mai veröffentlichen.
Unterdessen senkte der Währungsrat den Tagesgeldsatz von 17 Prozent auf 16 Prozent. Nächste Woche wird erwartet, dass sie dieses Reduktion fortsetzen werden, was den Wechselkurs des ungarischen Forint erheblich beeinflussen könnte. Als Grund für die Reduzierung wird lanciert, dass der Verlust der Nationalbank aufgrund des hohen Leitzinses, der auch den ungarischen Kreditmarkt eingefroren hat, unerträglich wurde.