Ernte
Kein Ausgleich für Negativeffekte
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Diese Einschätzung teilte die Agrarkammer NAK dem konservativen Wochenblatt Mandiner mit. Aktuell enttäuschen die ersten Ernteergebnisse die Erwartungen: Selbst wenn es im Juli verfrüht sei, weitreichende Schlüsse über die Ernte zu ziehen, seien die bislang gemeldeten durchschnittlich 5,6 t/ha enttäuschend.
Nach der schweren Dürre von 2022 erhielten viele Gebiete des Landes in diesem Jahr reichlich Niederschlag. Dennoch gebe es gerade im Süden ganze Weizenschläge, die weiterhin an den Folgeschäden leiden, ähnlich wie Sonnenblumen- und Maisfelder. Die NAK hält aber auch fest: „Allgemein gesprochen wird die Sparte durch den Ukraine-Krieg und die verfehlten Sanktionen belastet, man denke nur an die Inputpreise und die gestiegenen Energiekosten.“
Die zollfreie Einfuhr ukrainischer Agrarerzeugnisse mit Sondergenehmigung aus Brüssel habe den Markt in den angrenzenden Ländern heftig verzerrt. Die V4-Staaten würden weiterhin auf eine einheitliche Lösung auf EU-Ebene drängen, damit das Getreide aus der Ukraine dort ankommt, wohin es ursprünglich gelangen sollte: in (notleidende) Drittstaaten auf anderen Kontinenten. Ungarn fordere im Einklang mit den Landwirten Polens, Rumäniens, Bulgariens und der Slowakei die Wiedereinführung von Zolltarifen und Quoten für sensible ukrainische Produkte. Wegen der niedrigen Aufkaufpreise befinde sich noch immer viel Getreide vom vorigen Jahr in den Silos, besonders für Mais und Sonnenblumen seien keine freien Speicherkapazitäten mehr vorhanden. Ungarn hat wegen der Konkurrenz aus der Ukraine Exportmärkte wie Italien verloren, wohin früher bis zu 1,5 Mio. Tonnen Weizen geliefert wurden.
