Die heimischen Anbauflächen für Melonen haben sich binnen fünf Jahren halbiert, der Handel droht das Geschäftsmodell der Bauern zu zerstören. Foto: MTI/ Péter Komka

Melonen

Kampfpreise bedrohen Existenzen

Die Agrarkammer hat scharfe Kritik an Aktionen des Einzelhandels geübt. Mit ihren Aktionspreisen würden die Diskontketten den Bauern ihr Geschäftsmodell zerstören.

Die Melonen-Ernte ist hierzulande gerade so richtig im Gange, da bietet Aldi die wertvolle Frucht zum „Kampfpreis“ von 149 Forint/kg an. Das diene keinem anderen Zweck, als Kunden anzulocken, in der Hoffnung, dass diese dann auch andere Produkte in den Warenkorb tun. Die „normalen“ Kilopreise bewegen sich noch immer um 250-300 Forint, weshalb Aldi einen regelrechten Preiskrieg vom Zaun brechen könnte.

„Wenn die Handelsketten die Interessen der einheimischen Landwirte nicht ins Kalkül ziehen, dann wird es in einigen Jahren nur noch Importobst geben, das Tausende Kilometer herangeschafft werden muss und nicht mit der frischen einheimischen Qualitätsware verglichen werden kann“, schreibt die Kammer. In den letzten fünf Jahren haben sich die hiesigen Anbauflächen bereits auf 2.600 ha halbiert. In diesem Sommer wird die Ernte nur noch 130.-140.000 t erreichen.

Foto: MTI/ Péter Komka

3 Antworten auf “Kampfpreise bedrohen Existenzen

    1. Ja – so spricht jemand, der genug Geld hat.

      Für so manche ungarische Familie bietet Aldi nun die Möglichkeit auch einmal ihre Kinder von der süßen Frucht kosten zu lassen.

      Aber so ist das eben mit den Rechten:
      Wenn sie vom Schutz der Familien reden, denken sie eigentlich nur an die eigene.
      Daher sehen die Fidesz-Oberen auch gar kein Problem darin, wenn das staatliche Bildungs- und Gesundheitssystem ausblutet. Sie haben schließlich das Geld, um ihren Kindern private Bildungsangebote und Gesundheitsversorgung zu finanzieren. Korruption machts möglich.

  1. Vielen ungarischen Familien wird finanziell gar nichts anderes übrig bleiben als beim Discounter einzukaufen.
    Diese Entwicklung konnte ich in den letzten 25 Jahren in unserem ungarischen Dorf beobachten. Am Anfang gab es eine Dorfladen , bei dem die meisten Dorfbewohner eingekauft haben. Diese Angewohnheit nahm rapide ab als die ersten Discounter in der nahegelegenen Komitatshauptstadt ihre Filialen eröffnet hatten. Hinzu kam noch die Situation das viele ungarische Familien leider ihren eigenen Gemüse- u. Obstanbau vernachlässigten, weil es ja viel bequemer war in der Stadt einzukaufen .

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