DUIHK wird 30
Jubiläumsgala mit 400 Gästen und der Staatspräsidentin
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Die 400 Gäste konnten an diesem Abend im Hotel Marriott nicht nur auf drei Jahrzehnte der deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen zurückblicken, sondern natürlich auch eine exquisite Party mit Tanz und Unterhaltung genießen.
Die hohe Wertschätzung für die Arbeit der DUIHK in den vergangenen drei Jahrzehnten wurde auch durch die Anwesenheit von Ungarns Staatspräsidentin Katalin Novák und weiteren hochrangigen Gästen deutlich. Neben Kanzleramtsminister Gergely Gulyás waren auch die Botschafter Ungarns in Berlin, Deutschlands und Österreichs in Budapest, Dr. Péter Györkös, Julia Gross und Alexander Grubmayr, sowie für die Deutsche Industrie- und Handelskammer deren Vizepräsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und Außenwirtschaftschef Volker Treier der Einladung gefolgt.
Glauben an die ungarisch-deutsche Freundschaft
Staatspräsidentin Katalin Novák betonte in ihrer Festrede, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit dann wirklich funktioniere, wenn auch „die Chemie“ stimme, wenn gute Geschäftszahlen mit emotionaler Bindung einhergingen und man sich gegenseitig verstehe, respektiere und akzeptiere. Ungarn heiße all jene willkommen, die nach langfristigen Investitionen suchten, denn solche Unternehmen seien bestrebt, das Umfeld und die Ungarn so gut wie möglich kennen zu lernen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, sich einzufügen und mit der Zeit auch die hiesigen Rahmenbedingungen mitzugestalten. „Nach meiner Meinung formt sich so die Beziehung zwischen verbündeten Ländern und Volkswirtschaften“, sagte Novák. „Mein Dank an Sie ist, dass Sie an die ungarisch-deutsche Freundschaft glauben, dass Sie an die Fähigkeit der Ungarn und der Deutschen glauben, einander zu verstehen, und dass Sie auch in schwierigen Zeiten, wenn mehr für das gegenseitige Verständnis getan werden muss, fähig sind, dafür zu kämpfen.“
Lange Tradition der Zusammenarbeit
Zuvor hatte DUIHK-Präsident András Sávos daran erinnert, dass intensive wirtschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ländern schon lange vor dem DUIHK-Gründungsjahr 1993 bestanden. Die Budapester Untergrundbahn wurde 1896 von der Firma Siemens & Halse geplant und gebaut, 1920 entstand zum ersten Mal eine Deutsch-Ungarische Handelskammer in Budapest, und auch während des Sozialismus seien die wirtschaftlichen Kontakte mit (West-) Deutschland nicht abgerissen. Dies alles hätte nach dem Systemwechsel 1989 ermöglicht, dass sich Anfang der 1990er Jahre gerade deutsche Unternehmen in Ungarn intensiv engagierten und 1993 die DUIHK gründeten.

Heute sei Deutschland Ungarns wichtigster Partner, sowohl im Handel als auch als Investorengruppe. Aber auch umgekehrt seien die bilateralen Beziehungen enorm wichtig, so Sávos. Im deutschen Außenhandel rangiere Ungarn noch vor so großen Volkswirtschaften wie Schweden, Japan, Kanada oder Südkorea.
Mit Blick auf die Zukunft betonte der Präsident, dass grundsätzlich gegenseitiges Vertrauen die Basis erfolgreicher Zusammenarbeit sei. Die deutschen und ungarischen Mitglieder der Kammer sind auf eine langfristige Partnerschaft fokussiert, die Beziehungen zwischen beiden Ländern waren sowohl auf staatlicher als auch auf unternehmerischer Seite immer von gemeinsamen Werten und Interessen geprägt gewesen.
Dialogbereitschaft als Kerngedanke
Die deutsche Botschafterin Julia Gross nannte die DUIHK in ihrem Grußwort „eine Expertin, Beraterin, einen Kummerkasten, Motivationscoach, eine Mediatorin, Koordinatorin und Ideengeberin“ sowohl für die deutschen Unternehmen als auch für die ungarischen Partner. Sie bedankte sich für die immer ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Botschaft.
Die Botschafterin begrüßte es, dass die ungarische Regierung trotz aller im Moment bestehenden Meinungsverschiedenheiten offen sei für den Dialog mit den Unternehmen und mit der DUIHK, und dass sie die Präsenz aller Sektoren der deutschen Wirtschaft weiterhin als ein wertvolles Asset für Ungarn sieht. Die EU sei geprägt vom Interessensausgleich zwischen gleichberechtigten und sehr unterschiedlichen Partnern. „Gemeinsam sind wir unzweifelhaft stärker. Die enge Verflechtung unserer Wirtschaften ist dafür die allerbeste Grundlage.“
DUIHK-Geschäftsführerin Barbara Zollmann würdigte in Bezug auf die Erfolge der DUIHK in den letzten 30 Jahren auch die Leistungen der früheren Präsidenten, Geschäftsführer und Mitarbeiter, auf die die DUIHK heute aufbaue. Angesichts der vielfältigen Transformationen in der Welt und der globalen Wirtschaft komme der Kammer auch für die Zukunft eine wichtige Rolle zu. Ein besonderes Merkmal der Kammer sei dabei ihre Bilateralität, durch die auch ungarische Firmen zusätzliche Chancen auf dem deutschen Markt erhielten. Zollmann sprach zudem die Erwartung aus, dass die Mitgliedsfirmen in Ungarn in allen Sektoren die gleiche Wertschätzung erfahren. Sprachlosigkeit sei selbst in schwierigen Phasen keine Option für die DUIHK: Für sie stehe im Vordergrund, dass die Gesprächsbereitschaft zwischen beiden Ländern bestehen bleibt, um eine positive, werteschaffende Zusammenarbeit zu fördern.
Geschlossenheit in der EU angemahnt
DIHK-Vizepräsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller stellte das DUIHK-Jubiläum vor allem in den Kontext des deutschen Kammernetzwerkes aus regionalen IHKs, den deutschen Auslandshandelskammern (AHK) und der gemeinsamen Dachorganisation DIHK. Und sie machte – wie zuvor schon Botschafterin Gross – deutlich, dass nach Einschätzung der DIHK für Deutschland wie auch für Ungarn die Geschlossenheit der EU unverzichtbar ist, um sich im Wettbewerb mit den großen Wirtschaftsregionen USA oder China gut zu positionieren. „Dem besorgniserregenden Trend zum Protektionismus sollte die EU mit dem Ausbau des Binnenmarktes sowie mit weiteren ambitionierten Handelsabkommen in der Welt entgegentreten.“
Partystimmung bis nach Mitternacht
Nach dem offiziellen Teil konnten die 400 Gäste dann eine kurzweilige Party genießen. Beim gemeinsamen „Glockenspiel“ konnten alle ihr melodisches Talent unter Beweis stellen, später verblüffte der selbst in Las Vegas gefragte ungarische „Mentalist“ Danny Blue die Zuschauer und seine aus dem Publikum kommenden „Assistenten“ mit kaum zu entschlüsselnden Tricks. Zudem konnten die Gäste sich in virtuellen Foto- und Video-Shootings Erinnerungen an den Abend kreieren lassen, im Chill Out Room exklusive Whiskys und Rums kosten, und nach Live-Musik mit der Partyssimo Party Band und internationalen Hits mit DJ Fery tanzen.
Danke an die vielen Sponsoren des DUIHK-Jubiläums und an alle in- und ausländischen Gäste für den tollen Abend!
