Foto: MTI/ Róbert Hegedüs

Nationalbank

Inflationsrisiken im Visier

Der Währungsrat der Ungarischen Nationalbank (MNB) hat am Dienstag den Leitzins wie erwartet unverändert bei 6,5% belassen.

Die Beibehaltung der strengen geldpolitischen Bedingungen ist gerechtfertigt; der Währungsrat hat seine vorausschauende Ausrichtung nicht geändert und hält weiterhin an seinem Ziel fest, die Inflationsziele nachhaltig zu erreichen.

Jede Menge Sorgen

Das Wirtschaftswachstum ist eher mit Abwärtsrisiken verbunden, während die Inflation mit Aufwärtsrisiken behaftet ist, erklärte MNB-Präsident Mihály Varga auf seiner Pressekonferenz am Dienstag. Die Inflation lag im August bei 4,3% – also noch weit vom Ziel der Notenbank entfernt. Für den Rest des Jahres wird eine langsame Erholung der Wirtschaft erwartet. Die MNB rechnet für dieses Jahr mit einem geringen BIP-Wachstum von 0,6%, die Inflation könnte im Mittel 4,6% betragen. Bei Beibehaltung der strengen geldpolitischen Konditionen könnte die Inflationsrate Anfang 2027 unter 3% sinken. Geopolitische Risiken und die anhaltend schwache Konjunktur in Europa wirken sich weiterhin negativ auf die ungarische Wirtschaft aus.

Stabiler Wechselkurs wichtiges Ziel

Unter der Präsidentschaft von Mihály Varga hat der Forint deutlich an Wert gewonnen, und die MNB betrachtet einen stabilen Wechselkurs als eines der wichtigsten Ziele der Wirtschaft. Die Kommunikation der Notenbank hat die Märkte davon überzeugt, dass kurzfristig keine Zinssenkung in Frage kommt, die Anleger halten weiterhin am Forint fest. Die ungarische Währung wertet seit Monaten auf, was der Wirtschaft eine seltene Stabilität verleiht.

Für die Wirtschaftspolitik ist diese Entwicklung in vielerlei Hinsicht vorteilhaft, von den Inflationsaussichten bis hin zur Bewertung durch die Ratingagenturen. Die Frage ist nur, wie lange dieser Aufschwung anhalten wird. Varga ließ jedoch keinen Zweifel an seinen Absichten. „Vergessen wir die These, ein schwächerer Wechselkurs helfe der Wirtschaft“, erklärte der MNB-Präsident, der diese klare Botschaft bereits auf der 63. Wandertagung der Ökonomen formulierte. Nach seiner Ansicht ist die Stabilisierung des Forint der Schlüssel zur Preisstabilität. „Die Zeiten, in denen der schwache Forint als Wettbewerbsvorteil dargestellt wurde, sind vorbei.“

Varga übernahm die Leitung der MNB in den ersten Märztagen; seitdem steigt der Forint fast sprunghaft an. Seit Anfang März hat die heimische Währung gegenüber dem Euro um 13 und gegenüber dem US-Dollar sogar um mehr als 55 Forint zugelegt.

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