Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Baugewerbes in diesem Jahrtausend (Vorjahr = 100).

Baugewerbe

Gute Auftragslage, enorme Risiken

Der Bausektor ist mit einem Plus von 3,3% ins Jahr 2022 gestartet.

Dabei wies das Zentralamt für Statistik (KSH) einen starken Sprung gegenüber Januar 2021 im Tiefbau aus, wohingegen der Hochbau nur stagnierte. Der Auftragseingang driftete krass auseinander: Im Hochbau lag das Niveau um die Hälfte höher als vor einem Jahr, im Tiefbau um 40% niedriger. Saisonal und nach Arbeitstagen bereinigt lag der Ausstoß des Baugewerbes um 6,3% unter dem Vormonat – allerdings war die Bauleistung im Dezember in nie erlebte Höhen geschnellt. In absoluten Zahlen brachte der Januar ein Bauvolumen von 290 Mrd. Forint, im Vergleich zu 235 Mrd. Forint vor einem Jahr. Und der Auftragsbestand am Ende des Monats stimmt wenigstens im Tiefbau zuversichtlich, wo dieser um 15,5% über dem Basisniveau lag (im Hochbau um 5% darunter).

Beobachter verweisen darauf, dass sich der Staat als Auftraggeber nach den Wahlen gewiss zurückhalten muss. Das erfordert die allgemeine Haushaltslage, die durch den Ukraine-Krieg und die noch immer nicht überstandenen Corona-Risiken zunehmend herausgefordert wird. (Bekanntlich sollte das Defizit im laufenden Jahr um einen Prozentpunkt gesenkt werden, Ende Februar war aber bereits die Hälfte der Jahresvorgabe erschöpft.)

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