Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung beim Leitzins seit dem Tiefpunkt vom Sommer 2020.

Leitzins

Glatte zehn Prozent

Der Währungsrat der Ungarischen Nationalbank (MNB) hat den Leitzins am Dienstag „nur“ um 75 Basispunkte gesenkt.

Die turnusmäßige Sitzung war mit Spannung erwartet worden, der Forint stand seit Tagen unter Druck, weil viele Anleger mit einer forcierten Senkung des Leitzinses um 100 Basispunkte rechneten. Mit 75 Basispunkten wurde das seit Monaten vorgetragene Tempo bei der vorsichtigen Lockerung der Geldpolitik beibehalten, so dass der Leitzins nun bei exakt 10% angelangt ist.

Da die Inflation am Jahresende massiv zurückfiel, verstärkten sich im Vorfeld die Stimmen, die ein höheres Tempo vom Währungsrat erwarteten. Bei einer auf 5,5% gesunkenen Inflationsrate war der rückblickende Realzins im Dezember auf über 5% in die Höhe geschossen. Die MNB steht nun unter Druck, das Wachstum nicht mit hohen Zinsen über Gebühr abzuwürgen. Der Forint verlor jedoch in den Tagen vor der Zinsentscheidung rund zehn Einheiten gegen Euro und US-Dollar, was die Währungshüter davon abhielt, den Leitzins um 100 Basispunkte zu beschneiden.

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