Noch fließt das Erdgas, doch die Unsicherheiten wachsen. Foto: MTI/ Tibor Rosta

DUIHK-Blitzumfrage

Gasengpässe würden Produktion beeinträchtigen

Die Versorgungssicherheit bei Energie und Gas ist essentiell, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Das ist eine der Kernaussagen einer Blitzumfrage, welche die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) unter Teilnahme von 60 Mitgliedsunternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten in der zweiten Juli-Hälfte online veranstaltete.

Längerfristige Störungen in der Gasversorgung würden zu deutlichen Reduzierungen der Produktion und in der Folge zum Abbau von Arbeitsplätzen führen, was in erster Linie für die Industrie gilt. Zwar überwiegt die Hoffnung, dass die Energieversorgung in Ungarn auch in den kommenden Monaten sichergestellt werden kann. Es bestünden dennoch viele Unsicherheiten, während der starke Anstieg der Strom- und Gaskosten die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich belastet. Angesichts der starken Integration in internationale Lieferketten wären die Produktionsbetriebe aber auch betroffen, wenn es mit der Energieversorgung bei ihren Lieferanten hapert.

Notfallplan für die Gasversorgung

Gut die Hälfte der befragten Unternehmen hat ihren jährlichen Gesamtgasverbrauch für 2022 abgesichert, ein Sechstel muss noch zukaufen. Über einen Notfallplan verfügen 27%, und 2% haben diesen sogar schon aktiviert. Weitere 37% bereiten diesen als Reaktion auf Probleme bei der Gasversorgung vor, 36% halten dies nicht für notwendig. Einschränkungen der Gasversorgung würden schon kurzfristig 35% der befragten Unternehmen zu einer verminderten Produktion zwingen, längerfristig bereits 42%. Mit einem Totalausfall der Produktion rechnen 8% bzw. 37%. Kurzfristige Engpässe hätten noch keine Auswirkungen auf das Personal, längerfristig würden aber gleich 45% der Unternehmen Mitarbeiter entlassen müssen, während bei 18% sogar die Einstellung ihrer Geschäftstätigkeit droht. Die negativen Auswirkungen längerer Gas-Engpässe schlagen sich zuvorderst bei Industriebetrieben nieder, unter denen gleich 62% von einem Totalausfall der Produktion beim Eintreten dieses dramatischen Szenarios ausgehen.

Energie extrem teurer

Von Gaspreiserhöhungen waren im Jahresverlauf bereits 47% der Befragten betroffen, weiteren 18% wurden solche angekündigt. Diese bewegen sich zwischen 20 und 650%, im Median bei 200-500%. Von Strompreiserhöhungen sind sogar 52+23% der Unternehmen betroffen, mit Spannen zwischen 10 und 500% sowie einem Medianwert von 150-165%. Gleich 72% wollen die Mehrkosten weitgehend an ihre Kunden weitergeben, dennoch rechnen 68% mit sinkenden Margen und 20% mit Liquiditätsengpässen. Gleich 62% wollen als Nebeneffekt ihre Maßnahmen zum Energieeinsparen forcieren. Immerhin 32% reagieren mit einem Aufschub geplanter Investitionen, 18% streichen sogar Projekte.

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