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Währungskrise

Forint im Sturzflug

Der Forint hat am Dienstag historische Tiefpunkte gegen die westlichen Leitwährungen markiert:

Im Tagesverlauf fiel die einheimische Währung bis auf 409,84 Forint zum Euro, 412,71 Forint zum Schweizer Franken und 399,42 Forint zum Dollar durch.

Vergeblich erhöhte die Ungarische Nationalbank (MNB) in der vergangenen Woche den Leitzins und straffte die monetären Bedingungen: Bereits ab Donnerstag begann der Forint erneut schwächer zu notieren, was auf die schlechte internationale Stimmung zurückzuführen ist. Die Talfahrt des Forint setzte sich am Dienstag fort, wobei Euro, Dollar und Schweizer Franken im Laufe des Tages mehrmals neue Allzeithochs erreichten. Am Montagabend stand der Euro noch bei 407,30 Forint, der Franken bei knapp 410 Forint und der US-Dollar bei 397,30 Forint.

Zu Beginn des Jahres bewegte sich die heimische Währung gegenüber dem Euro noch um 350 Forint. Der Forint notierte im Nachmittagshandel gegenüber dem Euro um 11%, gegenüber dem US-Dollar um 23% und gegenüber dem Schweizer Franken um 16% schwächer, als zu Jahresbeginn.

25 Antworten auf “Forint im Sturzflug

  1. “DAS HEISST, HEUTE IST ES NICHT MEHR MÖGLICH ZU SAGEN, DASS DER FORINT AUFGRUND DES KRIEGES SCHWÄCHER WIRD” (portfolio.hu)

    Dies zeigt ein Blick auf die Kursentwicklungen des polnischen Zloty und der tschechischen Krone, die keine so starken Verluste zu verzeichnen haben, wie der Forint.

    Da ist eben sehr viel hausgemacht.

  2. EU muss Geld für Ungarn komplett einfrieren!

    “Die EU-Kommission soll wegen zahlreicher Rechtsstaatsverstöße in Ungarn die Zahlungen aus Brüssel komplett einstellen. Das ist das Fazit eines Rechtsgutachten, dass eine Gruppe von Europarlamentariern am Mittwoch in Straßburg vorlegte. Korruption und der Missbrauch von EU-Fördergeldern durch die Regierung von Ministerpräsident Orban durchzögen inzwischen das gesamte Staatswesen in Ungarn. Die Rechtsgelehrten schlagen deswegen vor: Solange sich das nicht ändere, dürfe Ungarn keinen einzigen Cent mehr aus Brüssel bekommen. Pro Jahr erhält Ungarn etwa 6 Milliarden Euro von der EU.”

    “Die Professoren fällen ein vernichtendes Urteil. Orban verstoße derart “fundmental, regelmäßig und weitreichend” gegen demokratische Grundlagen, dass es angezeigt ist, die Brüsseler Gelder zu 100 Prozent zurückzuhalten. Kein einziger Euro Euro aus der EU-Kasse sei im System Orban vor Missbrauch sicher. Das betreffe alle von der EU finanzierte Programme.”

  3. Na dann, Prost Mahlzeit. Thailand ich komme, wenn das umgesetzt wird. Das würde zu einer massiven Verarmung der Bevölkerung bei den schon jetzt großen aktuelle Problemen führen! Ein Glück, dass wir dort ein noch schöneres Haus und Ackerland sowie Einrichtungen zur Tierhaltung haben. Das reicht mehr als zum Überleben aus!

    http://www.rnd.de/politik/neues-rechtsgutachten-eu-sollte-geld-fuer-ungarn-zu-100-prozent-sperren-G5SZRARIOND65L54CAIVAJWNNM.html

    1. Das Rechtsgutachten wurde von Abgeordneten des EU-Parlaments in Auftrag gegeben und im Juli 2021 veröffentlicht.

      Geändert hat sich jedoch an dessen Gültigkeit nichts.

      Es kann jedoch durchaus sein, dass es Veto-Orban geschafft hat mit der EU-Kommission einen Deal auszuhandeln, der aber unter der Decke gehalten werden soll, indem die Kommission die Corona-Fond-Gelder erst im Herbst freigibt.

      1. Können Sie Ihren Unsinn nicht mal für sich behalten. Dass das zwei unterschiedliche Gutachten sind, können an den beteiligten Professoren ersehen.

        Das sind zwei inhaltlich zwei unterschiedlich Artikel. In dem alten stehen andere Beträge (7,2 Milliarden) und es es ist auch nicht von einer vollständigen Kürzung die Rede. Damals ging es auch um Polen und Ungarn.

        Den vollständigen alten Artikel finden Sie hier, den mit dem Link von Ihnen auf den gesperrten Artikel der neue Züricher Zeitung kann man nichts ersehen:

        mannschaft.com/rechtsgutachten-ungarn-koennten-schnell-eu-mittel-gekuerzt-werden/

        Sie finden keine Deckungsgleich mit dem neuen Artikel. Dabei ging es in dem alten Artikel um Ungarn und um Polen. Von einer vollständigen Streichung der Mittel war überhaupt nicht Rede. Es ging im Wesentlichen um die Frage, ob das Sanktionsverfahren durch die EU eingeleitet werden könnte. Also ein völlig anderer Inhalt, wie in dem Artikel von heute.

  4. Die beteiligten Professoren werden nur im alten Artikel genannt, nicht im neuen Artikel. Im alten Artikel ist nur von fehlender Transparenz und mangelnder Strafverfolgung die Rede. Die Vorwürfe im neuen Artikel sind deutlich schärfer. Das sind zwei unterschiedliche Artikel. Im alten Artikel ist auch keine Rede von einer vollständigen Mittelkürzung.

  5. Im neuen Artikel ist ein weiterer Artikel eingebettet, der von einer Zeitenwende im Energiebereich berichtet. Da kann also niemals 2021 veröffentlicht worden sein, da es die Scholze Zeitenwende damals noch nicht gab!

  6. Ein neues Gutachten wurde wohl heute im Europaparlament vorgestellt.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/europaeische-union-ungarn-victor-orban-ursula-von-der-leyen-1.5616275

    Dies wird er der Kommission sehr viel schwerer machen, die Mittel aus dem Corona-Fond freizugeben, was die Orban Regierung ja bald erwartet.

    Dies ist dann natürlich wirklich ein möglicher Grund für den heutigen Absturz des Forint.

    Das großspurige Gerede der Orban-Regierung, dass Ungarn auch ohne die EU-Mittel auskommen könne, steht damit wohl auch in Zusammenhang.
    Was dazu wohl die ungarischen Lehrer sagen werden, deren Lohnerhöhungen mit EU-Mitteln finanziert werden sollen.

  7. Die Notenbank erhöht den Zinssatz um satte 2% und die Wirkung verpufft.

    “Anleger haben ein Problem nicht mit der Geldpolitik (Zinsniveau), sondern mit der Regierungspolitik.”
    (portfolio.hu: Szétverték a forintot, hatástalan a kamatemelés, újra 414-nél az euró)

    Da zeigt sich eben, dass die vor allem auf den eigenen Machterhalt bedachte Orban-Regierung eine reine Schönwetter-Regierung ist.

    1. Schönwetterregierung ?
      Diese gibt es zur Zeit in Europa nirgendwo. Überall türmen sich die Probleme.
      Was würden Sie denn anders oder besser machen in Ungarn ?
      Und wo würden Sie das Öl hernehmen, das Ungarn dringend (ohne Anschluss an einen Hafen) braucht ? Das wurde hier auch schon kritisiert, aber keine Lösung angeboten.
      Danke.

      1. Genau.
        Die Orban Regierung konnte eben seit 2010 glänzen, da es nach der Krise weltweit toll lief. Es war eben “schönstes Wetter”.
        Mit Corona zogen die ersten Wolken auf und nun hat es sich eben ziemlich verdunkelt.

        1. Die sogenannte Kriegsinflation macht allen in Europa zu schaffen, man spürt sie auch in Deutschland. Als Normalbürger und Verbraucher muss neuerdings damit gerechnet werden, dass eine Ware nicht vorhanden ist. Das gab’s so bisher nicht. Speiseöl ist momentan dauerhaft doppelt so teuer und manche Alltagsprodukte sind nicht immer verfügbar (z.B. Haferflocken – die sind übrigens von 25 Cent in den letzten Jahren auf dauerhaft 59 Cent im Preis gestiegen, so als Beispiel). Hohe Preise für Lebensmittel betreffen also nicht nur die Menschen in Ungarn. Hier haben viele Menschen einen großen Selbstversorgergarten. Das gibt es in Deutschland nicht. Kostenlosen öffentlichen Nahverkehr oder kostenlosen Besuch einer Therme für Rentner gibt es in Deutschland auch nicht. Und jetzt die Energiekrise in Deutschland …. dieses Problem gibt es in Ungarn so auch nicht. Man muss abwarten, wie es weitergeht.

          1. Nun ist aber die Inflation nochmal höher als in Deutschland.

            Der Durchschnittsverdiener in Deutschland gibt für Lebensmittel zudem nur einen kleineren Teil seines Einkommens aus.
            Menschen mit niedrigem Einkommen spüren die Preisanstiege jedoch sehr viel stärker.

            Billiger sind die meisten Lebensmittel in Ungarn aber auch nicht als in Deutschland – eher teurer, da die Mehrwertsteuer höher ist. Eine Familie in Ungarn, die 35€ Kindergeld pro Monat erhält, hat es nochmal schwerer als eine Deutsche Familie, die immerhin 219€ für ihr Kind erhält.

            Die hohen Energiepreise werden die ungarischen Bürger auch mehr und mehr zu spüren bekommen – wenn auch indirekt.
            Einmal über den schwachen Forint.
            Dann aber auch über die strapazierte Staatskasse, denn letztlich müssen die Bürger die hohen staatlichen Energiesubventionen bezahlen. Steuergelder wachsen nicht auf Bäumen.
            Die Staatsschulden werden nun auch immer teurer.

            1. Und was schlagen Sie vor ?
              Was soll besser gemacht werden ?

              Wenn Sie in Deutschland höheres Kindergeld bekommen, dann muss man z.B. bedenken wie hoch die Mieten sind. Kurz nachgeschaut: 2,5 Zimmer, 100 qm, kosten 1050 Euro. 3 Zimmer, 78 qm kosten 890 Euro, neuwertige 2 Zimmer, 50 qm kosten 1100 Euro. Und darauf melden sich dann hunderte Menschen.

              Die Benzinpreise sind auch sehr hoch in Europa, so dass Österreicher versuchen in Ungarn zu tanken. Das ist übrigens auch wieder ein Problem, das die ungarische Regierung lösen will und muss. Es wird immer als selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Regierung sofort die Superlösung parat hat.
              Zur Zeit ist es sehr schwierig, das Richtige zu tun.

              1. Der Staat sollte sozial dämpfen und nicht in die Marktwirtschaft eingreifen, indem er sich gegen die Marktgesetze zu stemmen versucht.

                Mit Steuergeldern muss nicht die Klimaanlage der Villa eines Wohlhabenden subventioniert werden, sondern die Menschen mit niedrigem Einkommen unterstützt werden.

                Die Orban-Regierung gibt für ein Kind einer reichen Familie sehr viel mehr Geld, als für ein Kind einer armen Familie.

                Gerechter wäre z.B. ein höheres Kindergeld in gleicher Höhe für alle.

                Viel Steuergeld wird für das Betanken von dicken SUVs ausgegeben, während die Familie, die sich kein Auto leisten kann, schlicht leer ausgeht.
                Ein Energiebonus in gleicher Höhe für alle, wäre auch hier gerechter und würde die Familie sehr viel stärker entlasten.

    1. Im europäischen Umfeld müssen die Bürger nicht verkraften, dass wegen des Wechselkurses der Verdienst innerhalb weniger Monate um fast 15% sinkt und gleichzeitig die Preise steigen.
      Der Ungar, der in Österreich arbeitet, erhält nicht weniger Euro Lohn, hingegen verdient der Ungar in seiner Heimat umgerechnet weniger Euro.

      Da pendelt dann eine ungarische Lehrerin aus Györ lieber nach Österreich, um dort als Verkäuferin zu arbeiten, als in einer ungarischen Schule zu unterrichten.Sie verdient dort in 3 Tagen pro Woche mehr, als bei einer Vollzeitstelle im ungarischen Schuldienst.
      Dies hat die Orban-Regierung “ermöglicht”.

  8. Dann kommen Sie doch ins gelobte Ungarn und arbeiten hier ? Dann werden Sie sehr schnell erkenne wo der Unterschied liegt. Man muss das Gehalt und die Preise immer in Relation sehen. Wenn ich 100,- Euro verdiene und ein Brot kostet 10,- Euro verhält sich das genau so wie 1000,- zu 100,- Aber da der Verdienst eben nicht parallel zu den Kosten steigt muss man trotz Preisdeckelung mehr bezahlen.

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