Donau-Brücke bei Mohács
Fake News dementiert
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Das stellte das Verkehrsministerium in einem Beitrag in den Sozialmedien klar, der als Entgegnung auf weitere „Fake News“ linksliberaler Medien gedacht war. Das Wirtschaftsportal G7.hu und das Nachrichtenportal telex.hu hatten in ausführlichen Artikeln Kritik an den „unverschämten“ Baukosten von ursprünglich ca. 750 Mio. Euro geübt – wegen der Inflation und „Nachbesserungen“ bei den technologischen Anforderungen soll Duna Aszfalt in der Zwischenzeit die Kosten auf umgerechnet mehr als 900 Mio. Euro veranschlagen. Obendrein stelle sich die Frage nach dem Sinn der völlig überteuerten Brücke, die keine Verkehrsströme in der Größenordnung bewältigen müsse, wie etwa die von den Kroaten in der Adria gebaute Meeresbrücke, um den Autofahrern die Passage bosnischen Territoriums zu ersparen.
Auf letzteren Vorwurf reagierend merkte das Fachressort an, die neue Donaubrücke bei Mohács sei eingebettet in den europäischen Transitkorridor, der die Autobahn M6 künftig an Serbien heranführen soll. Die Querung über den großen Fluss und die sich anschließenden Schnellstraßen würden die Region in den Wirtschaftskreislauf des Landes einbinden und damit den Tourismus beleben bzw. die Lebensqualität der Bewohner verbessern. Es gehe um Kohäsion und die ausgewogene Entwicklung Ungarns.
Was den Ausführungspreis betrifft, wurde dieser in einem EU-offenen Vergabeverfahren als beste von drei Offerten abgegeben. Die Investition umfasst neben dem Bau der Brückenkonstruktion an sich auch Schnellstraßen auf 30 km, mehrere Kreisverkehre, Radwege und weitere kleinere Brücken. Die Donaubrücke bei Mohács wird 756 m lang und knapp 31,5 m breit gebaut; die Vorgaben von Seiten einer herausfordernden Geologie, der Fluss-Schifffahrt und des Umweltschutzes im besonders streng geschützten Überschwemmungsgebiet schlossen traditionelle, preiswertere technische Lösungen aus.


Wer am Bedarf dieser Brücke und den Anschluss-Straßen zweifelt, scheint noch nie in dieser Gegend gewesen zu sein!
Rumänische Sattelzüge auf dem Weg von oder nach Kroatien nutzen derzeit die Autobahn-Anschlussstelle Bátaszék. Vorher bzw. hinterher quälen sie sich über eine schmale Landstraße sowie durchs Stadtgebiet von Baja. Über Serbien hätten sie es zwar weniger weit, müssten dafür aber die EU verlassen. Sie alle – und es sind Hunderte pro Tag – können künftig via Mohács fahren, ein paar Kilometer (samt Sprit) sparen und geeignete (!) Fahrbahnen nutzen.
Was der Vergleich mit einer Meeresbrücke an der Adria soll, ist mir ein Rätsel. Die einzige Parallele sehe ich darin, dass auch sie ein Verlassen der EU vermeiden hilft.