Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung der Industrieproduktion in diesem Jahrtausend (Veränderung zum Vorjahr in %).

Industrieproduktion

Fahrzeugbau leidet

Der Ausstoß der Industrie lag im April nur noch 3,1% über Vorjahresniveau, nach Arbeitstagen bereinigt immerhin um 4,7%.

Das Zentralamt für Statistik (KSH) bestätigte am Dienstag die vorab gemeldeten Zahlen und wies ein um 3,8% gesunkenes Exportvolumen aus. Im Fahrzeugbau als führender Industriebranche fielen die Exporte sogar um 8,5% zurück. Das verarbeitende Gewerbe konnte seinen Inlandsabsatz noch um 7,0% steigern. Die Produktionsdynamik fiel derweil auf +2,8% zurück, weil die tonangebende Automobilindustrie ihre Vorjahreszahlen um mehr als 7% verfehlte. Im Hintergrund steht unverändert an erster Stelle der Halbleitermangel, gepaart mit weiteren Materialengpässen.

Licht am Ende des Tunnels?

Immerhin sieht Zoltán Les Licht am Ende des Tunnels. Der Vorstand Fahrzeugproduktion der Audi Hungaria Zrt. sagte im Podcast RE:FACT, er rechne bis zum Jahresende mit einer signifikanten Verbesserung der Versorgungslage. Seit Jahresende 2020 wird die Verteilung der signifikanten Bauteile zwischen den über einhundert Standorten des VW-Konzerns zentral koordiniert, um die Zahl der vom Band rollenden Autos zu optimieren. Les hofft, dass möglichst bald eine Rückkehr zu „normalen“ Planungsprozessen geschehen kann.

Boom bei Batterien

Während der Fahrzeugbau leidet, wachsen andere Branchen über dem Durchschnitt von 4,9%, der in den ersten vier Monaten zustande kam. Die gesamte Nahrungsmittelindustrie wuchs im April ähnlich wie die Fertigung von Elektromotoren um 10-12%, bei Batterien für Elektroautos wurde ein Zuwachs von 60% verzeichnet. Der Auftragseingang lag im April – mit einem Schwergewicht auf Exportaufträgen – um ein Zehntel höher, als vor einem Jahr, der Auftragsbestand Ende des Monats sogar 28% höher. Im regionalen Vergleich fiel die Industrieproduktion im Zeitraum Januar-April in West-Transdanubien um 8% zurück, stagnierte in Süd-Transdanubien und nahm in allen anderen Landesteilen zu, am stärksten in der Region Pest (+14,5%).

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