Sparkassenbetrug
Erstes Urteil nach zehn Jahren
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Der Prozess am Komitatsgericht Csongrád wurde 2010 eingeleitet, am Montag endlich das Urteil erster Instanz gefällt. Der flüchtige Hauptangeklagte erhielt 5,5 Jahre Gefängnis, weitere anderthalb Dutzend Mitangeklagte wurden zu kürzeren Haftstrafen verurteilt, die in mehreren Fällen zur Bewährung ausgesetzt wurden, ein Angeklagter kam mit einer Geldstrafe davon. Gleichzeitig ordnete das Gericht die Beschlagnahmung von Vermögen im Wert von mehreren 10 Mio. Forint an. Unter den Personen, gegen die sich die Ermittlungen richteten, konnten einige eine außergerichtliche Einigung erzielen, andere verstarben in der Zwischenzeit.
Die Verbrecherbande hatte zwischen 2002 und 2007 insgesamt 52 Sparkassen im Lande um insgesamt 11 Mrd. Forint erleichtert. Die vier Bandenchefs stellten dazu im Namen von über 300 Firmen mehr als 1.100 fiktive Pachtverträge aus. Der Trick bestand in völlig überhöhten Wertangaben oder gar nicht erst vorhandenen Pachtobjekten. Die Forderungen aus den fiktiven Verträgen stießen die Ganoven anschließend zu einem „Diskontpreis“ an Sparkasseninstitute ab. Mal wurde die Hausbank schlicht über den Tisch gezogen, andernorts machten leitende Angestellte fleißig beim Betrug mit. Die Bande benötigte die Milliardenerlöse, um ihren Betrieb (insbesondere die teuren fingierten Verträge und Rechnungen) zu finanzieren, konnte aber auch zur Genüge Geld für Luxus und sogar für das Sponsoring eines Erstligaklubs abzweigen. Obgleich es 2005 erste Ermittlungen gab, trieb die Bande ihr Unwesen noch bis zum Sommer 2007.
